Nachhaltige Geldanlage

Nachhaltige Geldanlage

Nutzen Sie den Trend der Nachhaltigkeit als Gesprächsöffner für Ihre Kunden

Langzeittrend: Nachhaltige Geldanlage

Der Eindruck, dass die Nachfrage nach nachhaltigen und verantwortungsvollen Investments seit einigen Jahren stetig wächst, wurde nun auch in der siebten Marktstudie der sog. European Sustainable and Responsible Investment Study  (European SRI Study) des Investmentforums EUROSIF (European Sustainable and Responsible Investment Forum) bestätigt: Nachhaltige und verantwortungsvolle Investments verzeichneten 2016 zweistellige Wachstumsraten.

„Auch aufgrund der Rückkehr von Privatanlegern (+547% seit 2013) an den Markt für nachhaltige Investments wächst dieser schneller als der gesamte europäische Anlagemarkt (+25%)“, berichten EUROSIF und Forum Nachhaltiger Geldanlage e.V. (FNG), der Fachverband für nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung vom 10. November 2016.

Für Sie als Vermittler bietet das Thema "Nachhaltige Geldanlage" somit einen idealen Türöffner für ein Kundengespräch.

Nachhaltige Fonds bei ebase

Die Grundlage für die nachhaltige Geldanlage leitet sich aus den "drei Säulen der Nachhaltigkeit" ab: Umwelt (Environment), Soziales (Social) und gute Unternehmensführung (Governance). Diese Kriterien werden abgekürzt auch als „ESG-Kriterien“ bezeichnet und können in verschiedenen Anlagestrategien berücksichtigt werden.

Bei ebase haben Sie und Ihre Kunden zwei unterschiedliche Möglichkeiten, die ESG-Kriterien mit in die Fondssuche einzubeziehen:

  • Direkte Auswahl von Fonds, die mit einem FNG-Siegel des Forums „Nachhaltige Geldanlage e.V.“ gekennzeichnet sind
  • Berücksichtigung von Ethik-und Nachhaltigkeitskriterien bei der Fondssuche

Fonds mit FNG-Siegel

Das „Forum nachhaltiger Geldanlage e.V.“ beurteilt Fonds nach gewissen Mindestkriterien. So erhalten nur die Fonds das FNG-Siegel, welche einen gewissen Mindeststandard an Nachhaltigkeit und Transparenz erfüllen. Dies umfasst Ausschlusskriterien wie Atomkraft oder Waffen sowie die Erfüllung der vier Bereiche des UN Global Compact, also Menschen- und Arbeitnehmerrechte, Umweltschutz sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. "Global Compact" ist ein weltweiter Pakt, der zwischen Unternehmen und den Vereinten Nationen geschlossen wird, um die Globalisierung sozialer und ökologischer zu gestalten. Für besonders nachhaltige Fonds werden zudem bis zu drei Sterne vergeben.

Hier können Sie die Liste der "Fonds mit FNG-Siegel" abrufen.

Fondssuche mit Ethik- und Nachhaltigkeitskriterien

Über die ebase Fondssuche können zielgerichtet Fonds gefunden werden, die spezielle Nachhaltigkeitskriterien wie Umweltschutz oder erneuerbare Energien berücksichtigen. Ebenso können über die Angaben bei der Fondssuche Fonds ausgeschlossen werden, die diese Nachhaltigkeitskriterien nicht erfüllen, um nicht unwissentlich in Atomenergie, Rüstungsindustrie, Tierversuche oder Gentechnik zu investieren. Die Ethik- und Nachhaltigkeitskriterien werden von unserem Partner, der Mountain-View Data GmbH, bereitgestellt.

Die Auswahlmaske mit den Ethik- und Nachhaltigkeitskriterien sieht wie folgt aus:

Ethik- und Nachhaltigkeitskriterien

Bei der Fondsauswahl können Sie sieben Ethik- und Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen.

Auch in erneuerbare Energien
Es werden Fonds berücksichtigt, die in Unternehmen investieren, die in der Entwicklung erneuerbarer Energien tätig sind, sofern der Anteil dieser Unternehmensbeteiligungen zusammen größer als 5 % des Fondsvolumens ist.

umweltorientiert
Es werden Fonds berücksichtigt, die in Unternehmen investieren, die sich in besonderer Weise für den Umweltschutz einsetzen, sofern der Anteil dieser Unternehmensbeteiligungen zusammen größer als 5 % des Fondsvolumens ist.

Anerkennung „Global Compact“
Es werden Fonds berücksichtigt, die in Unternehmen investieren, die die "Global Compact"- Prinzipien anerkennen bzw. diese anstreben, sofern der Anteil dieser Unternehmensbeteiligungen zusammen mindestens 15 % des Fondsvolumens beträgt.

Größtenteils frei von Atomenergie
Es werden Fonds ausgeschlossen, die in Unternehmen investieren, die Kernkraftwerke errichten oder in der Atomstromproduktion tätig sind, sofern der Anteil dieser Unternehmensbeteiligungen zusammen größer als 1 % des Fondsvolumens ist.

Größtenteils frei von Gentechnik
Es werden Fonds ausgeschlossen, die in Unternehmen investieren, die gentechnisch veränderte Pflanzen entwickeln, produzieren und/oder verwenden, sofern der Anteil dieser Unternehmensbeteiligungen zusammen größer als 0,2 % des Fondsvolumens ist.

Größtenteils frei von Tierversuchen
Es werden Fonds ausgeschlossen, die in Unternehmen investieren, die für Testzwecke von Pflegeprodukten, Lebensmitteln etc. Tierversuche anstellen (lassen), sofern diese nicht gesetzlich vorgeschrieben sind und der Anteil dieser Beteiligungen größer als 0,2 % des Fondsvolumens ist.

Größtenteils frei von Rüstung
Es werden Fonds ausgeschlossen, die in Unternehmen investieren, die in der Rüstungsindustrie tätig sind, sofern der Anteil dieser Beteiligungen zusammen größer als 2 % des Fondsvolumens ist oder mind. eines der Unternehmen Clusterbomben, Streuminen oder ABC-Waffen produziert.

FAQs zu Nachhaltiger Geldanlage

Sind Nachhaltigkeit und Rendite ein Widerspruch?

Mit diesem Thema haben sich zahlreiche Medienberichte und wissenschaftliche Studien beschäftigt. Im Folgenden stellen wir einen Auszug aus verschiedenen Quellen zur Verfügung.

Laut dem Steinbeis Research Center for Financial Services hat das Thema Nachhaltigkeit in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Es heißt, in aktuellen Diskussion würde oftmals behauptet, dass nachhaltige Geldanlagen automatisch einen Renditeverlust für den Anleger zur Folge haben. Diese Hypothese fuße jedoch auf einer nur unzureichenden Analysetiefe und könne - auf Basis einer Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen - nicht als fundiert angesehen werden. Insgesamt existierten in allen Assetklassen kaum Studien, welche nachhaltigen Geldanlagen ein für den Investor negativeres Rendite-Risiko-Profil zuweisen. Vielmehr gäbe es tendenziell sogar mehr Untersuchungen, die nachhaltigen Anlagen eher Vorteile zumessen. Zusammenfassend könne deshalb festgestellt werden, dass die Entscheidung in nachhaltige Anlagen zu investieren nicht automatisch bessere oder schlechtere Renditen zur Folge hat, als wenn die Mittel in eine traditionelle Anlage fließen."

Quelle: "Nachhaltige Investments aus dem Blick der Wissenschaft: Leistungsversprechen und Realität"; Steinbeis Research Center for Financial Services; 02/2013

Die Kasseler Meta-Studie zur Performance nachhaltiger und konventioneller Fonds kommt zum Ergebnis, nachhaltige Fonds würden nicht schlechter performen als herkömmliche Fonds. Im Gegenteil:  Nachhaltige Fonds seien etwas weniger riskant als andere, was damit zusammenhängen könne, dass Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz setzen, beim Konsumenten besonders positiv wahrgenommen würden; diese handelten oft weniger riskant und seien zuverlässiger.

Quelle:  www.uni-kassel.de/uni/nc/universitaet/nachrichten/article/kasseler-studie-nachhaltige-geldanlagen-lohnen-sich.html

Wie werden einzelne Fonds geprüft?

Ein wirklich nachhaltiger Fonds ist mehr als die Summe einzelner Titel im Portfolio. Deswegen liegt der Fokus im Auditprozess, d.h. der Nachhaltigkeitsprüfung im Verfahren zur Zertifizierung eines Fonds als nachhaltig, nicht nur auf den Investments als solchen, sondern es werden zusätzlich auch alle Aktivitäten des Fondsanbieters unter die Lupe genommen, sozusagen die gesamte Infrastruktur des Fonds untersucht. Dafür wurde eine innovative und vielschichtige Methodik entwickelt, die individuell unterschiedliche Nachhaltigkeitsansätze untersuchen kann. Auf diese Ganzheitlichkeit der Analyse wird großen Wert gelegt.

Um ein möglichst umfassendes Bild von der Umsetzung der Nachhaltigkeitskriterien in den einzelnen Fonds und den Fondsgesellschaften zu bekommen, findet ein intensiver schriftlicher und mündlicher Dialog zwischen Prüfer und den jeweiligen Verantwortlichen statt, der auf Ganzheitlichkeit und Analysetiefe der Überprüfung abzielt, um ein möglichst umfassendes Bild vom Fonds und der Kapitalverwaltungsgesellschaft zu bekommen. Es werden insgesamt mehr als 80 Fragen gestellt.  Alle Prüfgespräche werden dokumentiert. Die Fondsgesellschaft hat die Gelegenheit, zu den Prüfergebnissen Stellung zu beziehen. Daraus ergibt sich ein transparentes und nachvollziehbares Auditverfahren. Die Analysetiefe lässt sich exemplarisch daran festmachen, dass Novethic, einer international bekannten Zertifizierungsstelle für nachhaltige Investments nicht nur allein auf das Vorhandensein eines Nachhaltigkeitsresearchs schaut, sondern auch ob dies intern oder extern geschieht, wieviel eigene ESG-Analysten der Asset Manager beschäftigt und wie deren Erfahrung auf den jeweiligen Nachhaltigkeitsgebieten ist.

Welche Mindestanforderungen gibt es für den FNG-Qualitätsstandard?

Die folgenden Mindestanforderungen hat das „Forum nachhaltiger Geldanlage e.V.“ (FNG) definiert. Nur wenn diese vom jeweiligen Fonds erfüllt werden, erhält der Fonds das FNG-Siegel.

1. Transparenz- und Prozesskriterien:

  • Für das zu zertifizierende Produkt muss ein vollständig ausgefülltes FNG Nachhaltigkeitsprofil eingereicht werden, in dem die Kapitalverwaltungsgesellschaft Informationen über die Nachhaltigkeitsstrategie des Fonds offenlegt.
  • Die Kapitalverwaltungsgesellschaft muss zu den Unterzeichnern des Transparenz Kodex von Eurosif gehören.

2. Analyse des Portfolios nach den Kernkriterien Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung

Die Fondsgesellschaft muss nachweisen, dass der Fonds die von ihm finanzierten Unternehmen nach allen drei Kriterien für Nachhaltigkeit im Unternehmen – Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung – analysiert. Dazu zählen unter anderem folgende Kriterien:

  • Einhaltung und Förderung von Menschen- und Arbeitnehmerrechten,
  • Einhaltung von Umweltschutzvorgaben
  • Bekämpfung von Korruption und Bestechung

Es müssen mindestens 90% des Portfolios hinsichtlich der ESG-Kriterien analysiert werden.

3. Mindestanforderung an die Unternehmen, in die der Fonds unmittelbar oder mittelbar investiert:

  • Ausschluss von Waffen (ABC Waffen, Streubomben und Minen)
  • Ausschluss von Kernenergie
  • Ausschluss bei Verstößen gegen die vier Bereiche des UN-Global Compact: "Menschen- und Arbeitnehmerrechte, Umweltschutz sowie der Bekämpfung von Korruption und Bestechung."

4. Mindestanforderungen an die Staaten, in die der Fonds unmittelbar oder mittelbar investiert:

Der Staat als Emittent der einzelnen Positionen, in die der Fonds investiert, muss mindestens folgende Kriterien einhalten:

  • Einhaltung der Menschenrechte und einer demokratischen Staatsordnung
  • Ausschluss bei Nichtratifizierung der UN-Biodiversitäts-Konvention
  • Ausschluss von Korruption
  • Ausschluss bei Verstoß gegen den Atomwaffensperrvertrag

Darüber hinaus vergibt das "Forum Nachhaltige Geldanlage" FNG bei der Erfüllung besonders anspruchsvoller Nachhaltigkeitskriterien zusätzlich FNG-Siegel mit bis zu drei Sternen.

Quelle: www.fng-siegel.org/siegelkriterien.html

Was hat es mit den Sternen auf sich?

Vereinfacht gesagt erhält ein Fonds umso mehr Sterne, je nachhaltiger er ist.
Wenn die erste Hürde der Mindestanforderungen überwunden ist, hilft ein Stufenmodell, um die Qualität des jeweiligen Nachhaltigkeitsfonds beurteilen zu können. In diesem Modell kann der Fonds bis zu 3 Sterne erhalten, abhängig von der erzielten Gesamtpunktzahl im Auditprozess. Dafür schaut der Auditor auf viele unterschiedliche Ebenen, u.a. den folgenden:

  • Wie glaubwürdig ist der Fondsanbieter als Unternehmen in seiner Bestrebung nach Umsetzung der Nachhaltigkeitskriterien? Hat er etwa Richtlinien aufgestellt, um dem Klimawandel zu begegnen, beispielsweise das Verbot, in Kohle zu investieren? Engagiert er sich in Initiativen, die das Themenfeld nachhaltige Geldanlagen weiter vorantreiben wollen?
  • Wie gut sind seine Produktstandards im Hinblick auf die Erfüllung der Nachhaltigkeitskriterien? Erstellt er eigene Studien und Analysen zu Unternehmen oder Nachhaltigkeitsthemen, z.B. zur Verwendung von Palmöl? Lässt er sich extern beraten oder diskutiert mit den Beratern neueste Erkenntnisse zu Themen wie die Feinstaubbelastung von Autos? Erklärt er öffentlich, warum er z.B. in ein bestimmtes Unternehmen investiert?
  • Wie streng ist der Auswahlprozess? Schließt er weitere Branchen wie z.B. Tabak und Alkohol aus dem Anlageuniversum aus? Konzentriert er sich auf die nachhaltigsten Branchen wie Erneuerbare Energien oder darf er auch in Öl und Gas anlegen?
  • Ist der Fondsanbieter ein aktiver Investor? Nimmt er Rechte als Aktionär wahr, sprich: macht er Unternehmen auf schwache Nachhaltigkeitsaspekte aufmerksam? Stimmt er auch einmal gegen kontroverse Hauptversammlungsbeschlüsse? Oder führt er aktiv mit dem investierten Unternehmen einen Dialog, um die Nachhaltigkeitsleistung dieses Unternehmen zu erhöhen (Engagement)?
  • Berichtet er öffentlich über die Nachhaltigkeitsqualität des Fonds, z.B. den CO2-Fussabdruck?
  • Je vielschichtiger ein Fonds auf den verschiedenen Ebenen in der Umsetzung der Nachhaltigkeitskriterien aktiv ist, umso mehr Punkte bzw. Sterne erhält er.