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Ethik- und Nachhaltigkeitskriterien

#Nachhaltigkeit

Im Juli 2013 wurde die Fondssuche der ebase um Ethik- und Nachhaltigkeitskriterien erweitert. Mithilfe verschiedener Kriterien können Anleger nun bewusst Fonds, die in sozial oder ökologisch orientierte Projekte investieren, auswählen bzw. Fonds mit Beteiligungen, die ihren Wertvorstellungen entgegenstehen, ausschließen. Arthur Nußhart, Geschäftsführer der ARNU Consult GmbH, berät Finanzdienstleistungsunternehmen im Themenfeld nachhaltiges Kapitalinvestment.

Herr Nußhart, welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei der Investition in Investmentfonds?
Nachhaltigkeit spielt für die Deutschen bei ihrer Investitionsentscheidung eine immer größere Rolle. Vor allem Privatpersonen mit fundiertem Wissen über den Kapitalmarkt berücksichtigen neben ökonomischen auch ökologische und soziale Gesichtspunkte bei ihrer Kapitalanlage. Auch für Besserverdiener (Haushaltsnettoeinkommen über 3.000,- €) und für jüngere Anleger (Altersgruppe 18-40 Jahre) ist das Thema wichtig. Eine besondere Bedeutung hat das Thema für institutionelle Investoren. So haben z. B. Stiftungen und kirchliche Einrichtungen bereits in eigenen Satzungen bzw. Anlagerichtlinien definiert, wie das anzulegende Kapital investiert werden soll bzw. welche Segmente oder Branchen für ein Investment ausgeschlossen sind. Aber auch andere große Investoren wie Versicherungen und Pensionskassen stehen im Hinblick auf die getätigten Investitionen unter verschärfter Beobachtung der Öffentlichkeit. Eine Investition z. B. in die Herstellung von Landminen oder Streumunition würde der eigenen Reputation großen Schaden zufügen.

Was ist unter Nachhaltigem Investment zu verstehen?
Nachhaltiges Investment ist die allgemeine Bezeichnung für ökologisches, soziales, ethisches und verantwortliches Investment. Dabei werden in den einzelnen Stufen des Anlageprozesses, insbesondere der Finanzanalyse, die sogenannten ESG-Kriterien (Environment Social Governance, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) bei der Auswahl- und Anlageentscheidung einbezogen.

Allerdings gibt es im Segment des nachhaltigen Kapitalinvestments keine einheitlichen Standards. Vielmehr wird versucht, mit unterschiedlichen Anlagestrategien dem oft sehr individuellen Anlagewunsch des Investors zu entsprechen. Häufig werden sogenannte Ausschlusskriterien herangezogen. Dieser Ansatz schließt bestimmte Investmentklassen oder Einzeltitel wie Branchen, Länder oder einzelne Unternehmen für ein Investment aus, wenn diese gegen spezielle Kriterien (wie z. B. Rüstung, Atomenergie, Tabak und Alkohol oder Kinderarbeit) verstoßen.

Aber auch nachhaltige Themenfonds, wie z. B. Fonds, die in erneuerbare Energien bzw. Energieeffizienz oder Wasser investieren, sind ein besonders beim Privatanleger beliebtes Anlageprodukt. Generell ist zu sagen, dass sowohl die einzelnen Anlagestrategien als auch die angebotenen Produkte im Segment des nachhaltigen Kapitalinvestments mittlerweile sehr umfangreich sind.

Entstehen durch nachhaltige Kapitalinvestments Einbußen bei der Rendite?
In der Tat ist die Annahme, Nachhaltigkeit würde zu Lasten der Rendite gehen, ein Argument, das einer Investition in nachhaltige Anlageprodukte im Wege steht. So sind etwa 1/3 der deutschen Anleger der Überzeugung, dass Nachhaltigkeit Rendite kostet. Derweil belegen aber eine Reihe von Studien das Gegenteil. So kommt beispielsweise eine Langzeitstudie der Harvard Business School zu dem Ergebnis, dass Investoren, die bei ihrer Aktienauswahl Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien berücksichtigen, einen spürbaren Mehrwert erzielen können. Auch eine Studie des Center for Corporate Responsibility und Sustainability (CCRS) kommt zu dem Schluss, dass Aktieninvestments in nachhaltige Unternehmen über mindestens ein gleich hohes Renditepotenzial verfügen wie traditionelle Anlagen.

Mittlerweile sind immer mehr Investoren davon überzeugt, dass gerade die zusätzlichen Kriterien bei der Anlageentscheidung wie Umwelt oder Soziales helfen, die Risiken des Investments zu reduzieren, da problematische Branchen von vorneherein für ein Investment ausgeschlossen werden. Somit erzielen sie mit nachhaltigen Kapitalinvestments in der Regel ein besseres Rendite-Risiko-Profil als mit herkömmlichen Anlagen.

Wie können nachhaltige Kapitalinvestments gefunden werden?
Über ein Drittel der Deutschen würden gerne nachhaltig investieren, kennt aber keine dafür geeigneten Produkte. Dies liegt insbesondere auch daran, dass es keinen einheitlichen Standard gibt, der aussagt, was unter Nachhaltigkeit zu verstehen ist. Bei der Information zu nachhaltigen Produkten ist dem Privatanleger sehr zu empfehlen, Rat bei seinem Finanzberater einzuholen.

Auch ebase ermöglicht es Kunden bei der Fondssuche, gezielt solche Fonds auszuwählen, die verstärkt ökologische, soziale bzw. ethische Kriterien berücksichtigen. Darüber hinaus lassen sich mit wenigen Klicks bestimmte Investitionen ausschließen, wenn diese den eigenen Überzeugungen entgegenstehen. Im Auswahlmenü werden dann nur diejenigen Fonds angezeigt, die den individuellen Vorgaben des Anlegers entsprechen.

Die neuen Nachhaltigkeitskriterien von ebase basieren auf einer Datenbank der österreichischen software-systems.at Finanzdatenservice GmbH. Auf Grundlage dieser Datenbank lässt sich die Nachhaltigkeit eines Fonds verlässlich einschätzen. So kann der Anleger bei der Auswahl seines Fonds darauf vertrauen, dass das investierte Geld nicht nur eine gute Rendite erwirtschaftet, sondern auch für seine persönlichen Überzeugungen arbeitet.