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Die Reform der Investmentbesteuerung (InvStRefG)

Am 1. Januar 2018 treten weitere Änderungen im Investmentsteuerrecht durch das Investmentsteuerreformgesetz in Kraft.

Ziel der Investmentsteuerreform ist es, die Berechnung der steuerpflichtigen Erträge aus Investmentfonds für den Anleger einfacher und leichter nachvollziehbar zu machen. Im Nachfolgenden informieren wir Sie über die wesentlichen Änderungen für Fondsanleger.



Übersicht über verschiedene Ertragsarten auf Fondsebene einerseits und auf Anlegerebene andererseits sowie die voraussichtliche Besteuerung der Erträge.


Besteuerung von in- und ausländischen Publikumsfonds

Zukünftig werden inländische Dividendenerträge, inländische Immobilienerträge und sonstige inländische Einkünfte bereits auf Fondsebene mit 15 % Steuer belastet.

Auf Anlegerebene werden künftig nur noch drei Ertragsarten versteuert: die Vorabpauschale, Ausschüttungen aus Investmentfonds und realisierte Veräußerungsgewinne. Damit braucht ein Privatanleger ab 2018 nur noch wenige Informationen, um die Höhe der steuerpflichtigen Erträge zu ermitteln:

  • die Höhe der Ausschüttung,
  • den Wert des Fondsanteils zum Jahresanfang,
  • den Wert des Fondsanteils zum Jahresende,
  • die Fondsart (Aktienfonds, Mischfonds, Immobilienfonds oder sonstiger Fonds).


Einführung einer Vorabpauschale


Für Investmentfonds, die keine oder eine zu geringe Ausschüttung haben, ist zukünftig eine pauschal berechnete Mindestrendite zu versteuern – die sogenannte Vorabpauschale. Sie ersetzt die bisherige Besteuerung der ausschüttungsgleichen Erträge von thesaurierenden Fonds, um Steuerstundungs-effekte in Zukunft zu vermeiden. Die Vorabpauschale ermittelt sich aus 70 % des Basiszinses, der von der Bundesbank jährlich für Bundeswertpapiere veröffentlicht wird.

Ausschüttungen aus Investmentfonds werden zukünftig nicht mehr auf die einzelnen Ertragsarten herunter gebrochen. Für die Ausschüttung von Investmentfonds in Abwicklung („Substanzausschüttung“) wird es Ausnahmeregelungen geben. Die bisherige aufwendige Ermittlung des steuerpflichtigen Veräußerungsgewinnes wird dahingehend vereinfacht, dass der Veräußerungserlös nur noch um die bereits in Abzug gebrachte Vorabpauschale bereinigt wird.

Teilfreistellungen von Erträgen

Zur Kompensation der Besteuerung auf Fondsebene (15 %) erfolgt für den Anleger eine Teilfreistellung für Erträge aus Investmentfonds. Je nach Fondsart gelten für Privatanleger unterschiedlich hohe Teilfreistellungssätze:

  • Aktienfonds 30 %
  • Mischfonds 15 % und
  • Immobilienfonds 60 % (Inland) bzw. 80 % (Ausland).

Für betriebliche Anleger gelten im Veranlagungsverfahren abweichende Prozentsätze.

Abgeltungsteuer und Sparerpauschbetrag bleiben erhalten!


Der Einbehalt der Abgeltungsteuer, die Anrechnung des Verlustverrechnungstopfes und die Anrechnung des Sparerpauschbetrages (Freistellungsauftrag) bleiben weiterhin erhalten. Um eine klare Trennung zwischen dem „alten“ und „neuen“ Investmentsteuergesetz durchzuführen, werden alle gehaltenen Fondsanteile fiktiv zum 31.12.2017 veräußert und zum 01.01.2018 neu angeschafft. Dies erfolgt als reine technische Buchung im Hintergrund und betrifft nur die interne Abwicklung.

Wegfall des Bestandsschutzes und Einführung eines Freibetrages


Veräußerungsgewinne aus Fondsanteilen, die vor 2009, d.h. vor Einführung der Abgeltungsteuer, erworben wurden, werden ab 1. Januar 2018 steuerpflichtig. Der Bestandsschutz für „Alt-Anteile“ (Anschaffung vor 2009) endet zum 31. Dezember 2017 (fiktive Veräußerung). Die bis zu diesem Zeitpunkt eingetretene Wertentwicklung ist steuerfrei. Als Kompensation wird für Veräußerungs-gewinne in Höhe der Wertentwicklung vom 1. Januar 2018 bis zur Veräußerung ein Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro eingeführt.

Bei Fragen zur Investmentsteuerreform können Sie uns gerne eine Mail an sales(at)ebase.com schreiben.