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Aberdeen: Klimaszenarioanalyse – wie könnte sich der Klimawandel auf Anlageportfolios auswirken?

Der Klimawandel ist eines der größten Probleme unserer Zeit. Zahlreiche Regierungen, Länder und Branchen haben die Bedrohung erkannt und ergreifen Maßnahmen, um ihr zu begegnen. Von ihrem Erfolg – oder Misserfolg – hängt viel ab. Für uns als Vermögensverwalter steht dabei jedoch im Vordergrund, was dies für Anlagen bedeutet. Unser neuestes White Paper stützt sich auf einen szenariobasierten Ansatz, um das Thema eingehender zu untersuchen. Darüber hinaus finden Sie hier eine Reihe weiterer kurzer Artikel zu verwandten Themen. Im Folgenden konzentrieren wir uns auf die (durch den Klimawandel bedingten) Unterschiede in der Wertentwicklung der Sektoren und Unternehmen.

Die Bekämpfung des Klimawandels gewinnt in der Agenda der Unternehmen und Anleger gleichermaßen an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund überrascht es vielleicht, dass der Klimawandel unserer Analyse zufolge nur geringe Auswirkungen auf die globalen Aktienmarkterträge als Ganzes (gemessen am MSCI World Index) haben könnte. Unseren Schätzungen nach wirkt er sich in den meisten Szenarien in der Größenordnung von +/-2% auf die aggregierte Bewertung aus. Das liegt hauptsächlich daran, dass der Index per se stark diversifiziert ist. Die Negativfolgen für einige Unternehmen werden daher durch die positiven Auswirkungen für andere Unternehmen tendenziell ausgeglichen.

Angesichts der insgesamt geringfügigen Auswirkungen auf Indexebene könnten manche zu dem Schluss gelangen, dass den Klimarisiken keine große Bedeutung beizumessen ist. Dies wäre aber eine falsche Schlussfolgerung. Die geschätzten globale Auswirkungen oder aggregierten Effekte verschleiern die durchaus gravierenden Unterschiede auf Ebene der Sektoren, Teilsektoren und insbesondere einzelner Unternehmen. Diese starken Abweichungen basieren überwiegend auf dem unterschiedlichen Exposure der Sektoren und Unternehmen gegenüber den prognostizierten Nachfrageänderungen und CO2-Kosten. Demnach ist die potenzielle breite Streuung der durch den Klimawandel bedingten Ergebnisse keineswegs zu vernachlässigen, sondern von großem Interesse für aktive Anleger.

Starke Sektorunterschiede ...

Eine genaue Betrachtung der elf Sektoren des MSCI World Index zeigt deutliche Unterschiede bei ihrem jeweiligen Exposure gegenüber verschiedenen Klimaszenarien. In unserem wahrscheinlichkeitsgewichteten Basisszenario war der Energiesektor am deutlichsten von Negativauswirkungen betroffen (vgl. Abb. 1). Der Versorgersektor profitierte dagegen von den stärksten Positivfolgen. Die Gründe dafür sind klar. Zurzeit ist der Energiesektor stark von fossilen Brennstoffen abhängig. Ein durch die Politik und technologische Neuerungen angestoßener Übergang hin zu erneuerbaren Energien impliziert somit einen Nachfragerückgang bzw. deutlich höhere CO2-Kosten. Indes geht der Versorgersektor insgesamt als größter Gewinner aus einer solchen Entwicklung hervor. Dies liegt an dem allgemein stärkeren Exposure des Sektors gegenüber erneuerbaren Energien und seiner Fähigkeit, höhere CO2-Kosten an die Verbraucher weiterzugeben.

Abbildung 1: Die Auswirkungen auf die Asset-Preise konzentrieren sich auf eine kleine Zahl von Sektoren