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Alternative Investmentfonds: Weniger Emissionen, mehr Volumen

In der ersten Jahreshälfte 2018 wurden 14 Alternative Investmentfonds zum Vertrieb zugelassen. Das sind drei weniger als im Vorjahreszeitraum. Doch die Emittenten sammelten 80 Prozent mehr Kapital ein als noch vor einem Jahr. Verantwortlich dafür ist vor allem ein Anbieter.

Die Emissionstätigkeiten bei Alternativen Investmentfonds (AIF) haben eine neue Qualitätsstufe erreicht. Das zeigt die neue Statistik der  Ratingagentur Scope, die im zweiten Quartal 2018 die Zahlen für emittierte geschlossene Publikums-AIF erfasst hat: Demnach wurden sieben geschlossene Publikums-AIF mit einem prospektierten Eigenkapitalvolumen von insgesamt rund 317 Millionen Euro zum Vertrieb zugelassen. Damit bewegt sich das Emissionsvolumen auf dem Niveau des ersten Quartals.

Insgesamt wurden in der ersten Jahreshälfte 2018 14 Publikums-AIF von der BaFin zum Vertrieb zugelassen. Das sind zwar drei AIF weniger als im Vorjahreszeitraum. Das prospektierte Eigenkapitalvolumen liegt dennoch 80% über dem Vorjahresniveau: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres belief es sich auf rund 630 Millionen Euro – im ersten Halbjahr 2017 lag es über alle 17 AIF bei nur rund 350 Millionen Euro. „Die Anzahl der emittierten Publikums-AIF befindet sich weiter auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Lediglich WealthCap hat mit zwei großvolumigen Fonds in den ersten sechs Monaten dieses Jahres für eine Belebung gesorgt“, sagt Stephanie Lebert, Senior Analystin von Scope Analysis. „Wir erwarten für die zweite Jahreshälfte ein leicht geringeres Emissionsniveau als für die ersten sechs Monate dieses Jahres. Im Vergleich zum Vorjahr erwarten wir für 2018 aber ein insgesamt höheres Emissionsvolumen. Sollte der neue Jamestown-Fonds noch in diesem Jahr kommen, hätte das sogar eine Verdopplung des Emissionsvolumens im Vergleich zum Vorjahr zur Folge“, so Lebert.

Ein Anbieter dominiert die Angebotspalette

Das durchschnittlich prospektierte Eigenkapitalvolumen betrug im zweiten Quartal 2018 rund 45 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die im Jahr 2017 insgesamt emittierten 29 Fonds planten im Durchschnitt rund 24 Millionen Euro Eigenkapital einzusammeln. Von diesen 29 AIF lag das höchste prospektierte Eigenkapitalvolumen bei 66 Millionen. Diese Zahlen muss man im Hinterkopf haben, um die aktuelle Halbjahresstatistik richtig einordnen zu können. Denn unter den angebotenen sieben AIF im ersten Quartal 2018 befindet sich mit dem WealthCap Immobilien Deutschland 41 ein großvolumiger Fonds mit einem prospektierten Eigenkapital von rund 210 Millionen Euro. Auch der Vorgängerfonds WealthCap Immobilien Deutschland 40 aus dem ersten Quartal 2018 weist ein prospektiertes Eigenkapital von rund 210 Millionen Euro auf. Damit dominiert ein einzelner Anbieter zu rund 67% das gesamte Angebotsvolumen in Höhe von 631 Millionen Euro der ersten Jahreshälfte 2018.

Anzahl Vermögensanlagen stark rückläufig

Das Angebot an Unternehmensbeteiligungen, Direktinvestments und Nachrangdarlehen besteht im zweiten Quartal 2018 aus zwölf Produkten. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum waren es noch 28 Vermögensanlagen. Das ist Rückgang um 57%. Auch das zu platzierende Kapital geht deutlich zurück: Es beläuft sich im zweiten Quartal auf rund 133 Millionen Euro – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (rund 292 Millionen Euro) bedeutet dies einen Rückgang um rund 54%.

In der ersten Jahreshälfte 2018 wurden insgesamt 23 Vermögensanlagen von der BaFin genehmigt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit insgesamt 41 genehmigten Produkten ist das ein Rückgang um 44%. Das gesamte zu platzierende Volumen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres beläuft sich auf rund 367 Millionen Euro – im ersten Halbjahr 2017 lag es über alle 41 Vermögensanlagen bei rund 440 Mio. Euro, was einem Rückgang von rund 17% entspricht.

Die Statistik der AIF-Emissionsaktivitäten im vollständigen Report als PDF-Dokument.

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