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Asset Manager bereiten sich auf harten Brexit vor

Kommt der Brexit, und wenn ja: wann und in welcher Form? Während für Europa und die Briten noch keine Klarheit über Termin und Konditionen für einen Austritt des Königreichs aus der EU bestehen, wollen die Fondsgesellschaften nicht länger warten.

Dutzende von weltweit tätigen Asset Managern haben von den Regulierungsbehörden in Luxembourg und Dublin bereits die Zulassung erhalten, ihr Geschäft auf dem Kontinent fortzuführen. Derweil droht London, die Position als als führender Finanzplatz in Europa zu verlieren. Laut einem Bericht der Financial Times haben unzählige Asset Manager bereits eine erweiterte Erlaubnis auf dem europäischen Festland erhalten, um für einen möglichen Hard-Brexit gewappnet zu sein.

„Wir müssen uns auf das schlimmste vorbereiten“,

erklärt  Patrick Thomson, Chef des Bereiches Europa und Mittlerer Osten (EMEA) bei JPMorgan Asset Management. Weil sein Unternehmen als Treuhänder auftrete, könne man nicht erst fünf Minuten vor zwölf reagieren und hoffen, alles werde schon irgendwie funktionieren. „Wir sagen den Hard-Brexit nicht vorher – aber wir sind vorbereitet.“

Die Vorbereitungen der Asset Manager erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem sich abzeichnet, dass das Rennen um die Nachfolge von Premierministerin Theresa May wohl von einem Brexit-Befürworter gemacht wird. Momentan scheint Euro-Skeptiker Boris „BoJo“ Johnson die Nase vorne zu haben.

Wie die Financial Times berichtet, kam es in jüngster Zeit zu einem starken Anstieg bei den Anträgen für MiFID-Lizenzen, die es Vermögensverwaltern erlauben, für ihre großen europäischen Kunden mittels segregierter Mandate weiter tätig zu sein.  Andere Asset Manager mit Niederlassungen in Dublin und Luxemburg haben ihre laufenden Lizenzen durch sogenannten „MiFID-Top-Ups“ erweitert, die ihnen ähnliche Rechte wie eine vollständige Autorisierung gewähren. Dadurch erhalten sie die Erlaubnis zu Portfoliomanagement und Übernacht-Geschäften.

Das Heer der Asset Manager, die London den Rücken kehren, liest sich wie ein Who-is-Who der Branche: In Dublin wollen die Affiliated Managers Group, Baillie Gifford, Barings, BNY Mellon, Macquarie Capital, Man Group, Legg Mason, Principal Global Investors, Morgan Stanley, WisdomTree und Standard Life Aberdeen Unterschlupf finden. Die Zahl der Unternehmen mit MiFID-Lizenzen in Irland liegt nun bei 106, weitere 41 verfügen über MiFID-Top-Ups.

Nach Luxemburg zieht es hingegen AllianceBernstein, Aviva, Columbia Threadneedle, Fidelity, JPMorgan, Jupiter, Invesco, die Capital Group, Franklin Templeton, Janus Henderson, Investec, M&G, Schroders, T Rowe Price und Wells Fargo. Anfang 2018 lag das vor Ort verwaltete Vermögen bereits bei 4.182 Milliarden Euro.

Selbst der größte britische Asset Manager LGIM, der Vermögen im Wert von mehr als einer Billion Pfund verwaltet, hat seine Niederlassung in Dublin bereits mit Portfoliomanagement-Lizenzen ausgestattet und das Personal vor Ort auf zwanzig aufgestockt. Wer auch immer den Kampf um das Amt als Regierungschef in Großbritannien gewinnt – und wie er sein Land aus der EU führt – der Verlierer steht bereits fest: Der Finanzstandort London ist nachhaltig beschädigt.

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Quelle: KPMG

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