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"Bei uns entscheidet keine Maschine"

Die Konjunktur trübt sich ein, ein Handelskrieg steht vor der Tür. Gerade deswegen sind Multi-Asset-Strategien aktuell ideal, findet Serge Pizem, Global Head of Multi-Asset Investments bei AXA IM.

FundResearch: Herr Pizem, was sind die herausragenden Qualitäten Ihres Multi-Asset-Fonds?

Serge Pizem: Die Herausforderung bei Multi-Asset-Ansätzen ist es, die besten Anlageklassen zu finden. Darin sind alle Strategien gleich.

FundResearch:  Ihr Anlageuniversum ist riesig. Wie treffen Sie Anlageentscheidungen?

Serge Pizem:Unser Multi-Asset-Team besteht aus 20 Portfoliomanagern, mich eingerechnet, die zusammen 120 Multi-Asset-Portfolios verwalten. Unterstützt werden wir von Portfoliomanagern, die auf einzelne Assetklassen spezialisiert sind, auf Aktien, High-Yield etc. Die Aktienseite betreuen zum Beispiel knapp 60 Manager. Ihre Einschätzungen fließen in die Entscheidung, wo wir mit dem Fonds investieren, ein.  Über die Allokation der Multi-Asset-Fonds entscheidet dann ein vierköpfiges Senior-Board, zu dem auch ich gehöre.

FundResearch: Wie oft sprechen Sie über die Allokation Ihrer Strategien?

Serge Pizem:Wir treffen uns Minimum einmal die Woche und diskutieren vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Ereignisse, ob wir das Portfolio ändern sollten oder nicht. Bei starken Marktbewegungen oder Großereignissen treffen wir uns täglich und schauen uns an, wie sich unsere 150 Marktsignale entwickeln.

FundResearch: Was überwiegt bei Ihrer Entscheidung, die quantitative Analyse oder die menschliche Expertise?

Serge Pizem:Sie haben immer zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Sie schauen auf ein Signal mit erwiesener Evidenz und verlassen sich darauf, dass es stimmt. Oder Sie lassen einen Menschen entscheiden. Bei uns sind alle Signale empirisch getestet. Nur Signale, die sich bewiesen haben, kommen als ein Signalpunkt in den Datenpool. Bei uns sind das 150 Signale für alle Assetklassen. Dennoch verlassen wir uns nicht blind auf dessen Aussage. Bei uns entscheidet immer ein Mensch.

FundResearch: Welche Fonds stehen aktuell im Fokus?

Serge Pizem:Unsere Optimal-Income Reihe unter den Multi-Asset-Fonds umfasst drei Strategien. Der am längsten bestehende Fonds ist der europäische „Optimal Income“, der zweite, der „Global Optimal Income“, wurde vor fünf Jahren aufgelegt. Und der Junior im Portfolio ist der „Defensive Optimal Income“, der maximal 25 Prozent Aktien halten darf.

FundResearch: Was macht die Fonds im derzeitigen Marktumfeld attraktiv?

Serge Pizem: Der „European Optimal Income“ ist ein sehr stabiler Fonds, Er kann einen Track-Rekord von knapp 15 Jahren aufweisen. Das Besondere dieses Fonds ist seine Stärke bei Aktien. Wenn Sie allein auf die Aktienperformance schauen, ist es dem Team gelungen den MSCI Europe um das Doppelte zu schlagen. Das ist keine Garantie für die Zukunft, aber darauf können wir stolz sein. Beim „Global Optimal Income“ verfolgen wir das gleiche Konzept, spielen aber ein größeres Anlageuniversum.

FundResearch: Das muss nicht unbedingt ein Vorteil sein.

Serge Pizem:Wenn Sie sich bei der Kapitalanlage auf eine Region fokussieren, sind Sie immer abhängig davon, wie die Wirtschaft sich in dieser Region entwickelt. Ein europäischer Fonds kann nicht in den USA anlegen, nur weil es auf dem neuen Kontinent gerade besser läuft als auf dem alten. Ein globaler Investmentansatz ermöglicht es Ihnen dagegen, sich immer dorthin zu orientieren, wo aktuell die besten Opportunitäten zu finden sind. Das Set ist einfach sehr viel größer.

FundResearch: Haben Sie Limits für Länderexposure im Global Optimal Income Fonds?

Serge Pizem:Wir haben keine Länderlimits, sondern schauen auf die Gewichtung von Assetklassen. Aktien, Staatsanleihen und Investmentgrade-Bonds können wir bis zu 100% ins Portfolio aufnehmen. High-Yield ist dagegen auf 10% limitiert, bei Emerging Markets Debt gehen wir bis maximal 20% rauf.

FundResearch: Letzte Frage: Welche Qualität unterscheidet Ihre Fonds von anderen Multi-Asset-Ansätzen?

Serge Pizem:Was uns auszeichnet ist unser Fokus auf die Vermeidung von Abwärtsrisiken. In unseren Fonds haben wir eine Absicherung eingebaut, die im schlimmsten Fall den Draw-Down reduzieren kann.

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