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Der langsame Verfall der Fondserträge

Aktiv gemanagte US-Aktienfonds fallen regelmäßig hinter ihre Benchmark, die Outperformance der Fonds ist schon seit längerem rückläufig. Dabei lassen sich einige Erkenntnisse ableiten.

Aktives Fondsmanagement ist ein hartes Geschäft. Die meisten Fonds bleiben regelmäßig über einen Marktzyklus hinweg hinter ihrer Benchmark zurück. Das hat das Researchunternehmen Morningstar zuletzt im vergangenen August im Active/Passive Barometer aufgezeigt. Doch nun scheint sich die Lage weiter zu verschärfen; die Erfolgsquote von US-Aktienfonds ist tatsächlich nicht stabil sondern rückläufig. Wie aus einer Statistik zum Jahresende hervorgeht, nimmt die Zahl der Fonds, die über einen Fünfjahreszeitraum ihren Index schlagen, stetig ab.

Erfolgsquote von US-Aktienfonds
Erfolgsquote von US-Aktienfonds

Quelle: Morningstar

Bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage, warum die Performance der US-Aktienfonds gegenüber ihrer jeweiligen Benchmark stetig sinkt, hat Morningstar-Analyst Jeffrey Ptak unter anderem untersucht, ob die Gebühren der Fonds dabei eine Rolle spielen und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Erträge auch “Pre-Fee” gesunken sind und sich seit 2006 in einem immer schmaler werdenden Band bewegen, das zuerst zwischen -12% und 5% und nun zwischen -7% und 1% liegt. Das könnte ein Zeichen für zunehmenden Wettbewerb zwischen den Anlegern sein – oder auf verschiedene Renditen bei verschiedenen Anlagestilen hindeuten.

Wie Ptak herausgefunden hat, ist der Abstand zwischen den am besten und den am schlechteseten performenden Fonds seit 2006 stark rückläufig. Im Jahr 2004 lag der Spread noch zwischen -5% und +7%, seit 2012 beträgt der Abstand noch höchstens acht Prozent und liegt zuletzt zwischen -7 und 5%.

Rendite von US-Aktienfonds vor Gebühren
Rendite von US-Aktienfonds vor Gebühren

Quelle: Morningstar

Doch die abnehmende Bandbreite der Renditen ist nur eine Seite des Problems, meint Ptak. Das schlechtere Abschneiden in der jüngeren Vergangenheit lasse sich auch auf die Wahl des falschen Anlagestils zurückführen: Large-Cap und Growth-orientierte Indizes haben in den vergangenen Jahren außergewöhnlich gut performt. Manager, deren Fonds sich an einem der beiden Faktoren orientieren, mussten etwas anders machen, wenn sie den Index schlagen wollten. Da die Indizes jedoch den Anlagestil sehr ungefiltert darstellen, mussten Large-Cap-Manager eben auf kleinere Werte ausweichen und lagen damit häufig falsch. Ebenso mussten Manager von Growth-orientierten Fonds Performanceverluste hinnehmen, wenn sie auf Value setzten.

Die gute Nachricht ist laut Jeffrey Ptak, dass sich der Erfolg verschiedener Anlagestile – Large-Cap, Value oder Grwoth – in Zyklen bewegt und sich im Laufe der Ziet wieder ändern kann. Andererseits könnten die sinkenden Renditen (vor Gebühren) darauf hindeuten, dass sich derzeit strukturelle Veränderungen an den Märkten vollziehen.

Dann müssten aber, so Ptak, die Fondsgesellschaften ihre Anstrengungen verdoppeln und ihre Gebühren reduzieren, und zwar sowohl diejenigen, die nicht direkt mit dem Fondsmanagement verbunden sind (Marketing, Vertrieb, Verwaltung etc.) – als auch die Management-Fees selbst.

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