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Die Fondsbranche schrumpft

Nach zwei Jahrzehnten des Wachstums ist die Anzahl der offenen Investmentfonds in jüngster Zeit zurückgegangen, berichtet Morningstar. Die Fondsgesellschaften bringen weniger neue Produkte heraus und nehmen sie auch schneller wieder vom Markt.

Nach Ansicht von Jeffrey Ptak, Chef des Global Research bei Morningstar, ist das eine begrüßenswerte Entwicklung: Durch die Konsolidierung verschwinden kleinere und teurere Fonds von der Bildfläche; Investoren können stattdessen auf günstigere Angebote zurückgreifen.

Laut Statistiken von Morningstar hat sich die Anzahl der Investmentfonds von Ende 2015 bis heute um 2,5 Prozent verringert. In diesem Zeitraum haben Fondsgesellschaften 954 neue Produkte lanciert. Gleichzeitig wurden 1.161 Fonds zusammengelegt oder liquidiert, was unter dem Strich bedeutet, dass 217 Fonds vom Markt verschwunden sind.

Das mag, so Jeffrey Ptak, nach nicht viel klingen, ist jedoch bedeutsam. In den Jahren von 1999 bis 2015 hatte sich die Gesamtzahl der Fonds am Markt von 4.919 auf 8.138 erhöht. Da sich heute die Anleger in Scharen aus den aktiven Fonds verabschieden und passiven Produkten zuwenden, gerät die Emission neuer Fonds ins Stocken: Asset Manager bringen im Vergleich zu früher nur noch halb so viele neue Fonds heraus und ziehen früher den Stecker, wenn alte Fonds sich nicht wie geplant entwickeln.

Es gibt immer noch zu viele Fonds

Das, so Fondsexperte Ptak, ist eine gute Nachricht: Es gebe immer noch zu viele Fonds – immerhin können Anleger aus aktuell 7.938 Produkten wählen. Von diesen haben jedoch laut Morningstar beinahe 2.800 ein Fondsvermögen von weniger als 100 Millionen US$, 1.900 sind weniger als 50 Millionen US$ schwer und 655 haben sogar weniger als 10 Millionen US$ an Assets. Am anderen Ende vereinigen die größten 160 Fonds rund die Hälfte aller Assets under Management der Branche auf sich; die größten 430 Fonds kommen auf zwei Drittel und die größten 919 Fonds verwalten 80 Prozent aller Assets am Markt. Anders ausgedrückt: Wenn die kleinere Hälfte der Fonds geschlossen würde, beträfe das nur höchstens zwei Prozent aller Assets; würden die kleinsten 75 Prozent der Fonds liquidiert, setzten sie höchsten zehn Prozent der Assets frei, die die Fondsbranche verwaltet, erklärt Jeffrey Ptak.

Kleine und teure Fonds werden verschwinden

Der positive Effekt dabei wäre, dass mit den kleinen auch die teuren Fonds vom Markt verschwänden: Nach Berechnungen von Morningstar verlangen kleinere Investmentfonds auch höhere Gebühren. Da jedoch die Kosten große Auswirkung auf die Nachfrage haben, geraten kleine, teure Fonds immer mehr ins Abseits. Es gebe eine Überfülle nicht nur an kleinen Fonds sondern auch an kleinen Fondshäusern, meint Ptak. Diesen Playern bleibe über kurz oder lang nichts anderes übrig, als die Kosten zu reduzieren, sich mit der Konkurrenz zusammenzuschließen oder die Bühne ganz zu verlassen.

Von einer Marktbereinigung würden Anleger auf zwei Weisen profitieren, glaubt Morningstar-Experte Ptak. Zum einen wird durch den Abgang von kleineren Fonds und Fondsgesellschaften das Angebot wieder übersichtlicher. Zweitens würde eine Marktbereinigung dazu führen, dass die höheren Gebühren der kleineren Fonds nicht mehr in die Vergleichsrechnung einfließen, wenn Fondsgesellschaften die Fees für ihre eigenen Produkte festlegen und sich dabei an den Kosten der Peer Group orientieren. Das könnte die Gebühren für die Anleger weiter reduzieren, da sich der Kostendurchschnitt verringert.

Morningstar-Analyste Ptak glaubt nicht, dass eine Marktbereinigung bei den Fondsgesellschaften für Freudensprünge sorgen wird. Dennoch würde eine Konsolidierung die verbleibenden Fonds wettbewerbsfähiger machen; allerdings, so Ptak, würde das nichts an der Tatsache ändern, dass auch in Zukunft nur höchstens die Hälfte der aktiv gemanagten Fonds den Markt schlagen wird – vor Abzug der Gebühren.

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