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Die „Power“ langfristig vorhersehbarer Megatrends

Auf der Investment-Konferenz von FondsConsult in Berchtesgaden erklärte Tobias Krause, Senior-Produktspezialist bei Fidelity International, den Charme der Megatrends – und wie diese in den Fonds von Fidelity umgesetzt werden.

Wenn man bei Google nach Megatrends sucht, bekommt man eine Liste mit über 3,5 Millionen Treffern. Es wird offensichtlich viel über Megatrends geschrieben. Um die Suche etwas einzugrenzen, sollte deshalb der Begriff erst einmal definiert werden. Was sind Megatrends überhaupt? Eine mögliche Definition lautet: „Megatrends sind makroökonomische und geostatische Kräfte, die unsere Welt und unsere kollektive Gemeinschaft in einer tiefgründigen Weise formen.“ Das klingt sehr komplex und lässt die meisten gleich wieder aussteigen. Man könnte auch verständlicher sagen: „Megatrends sind die Blockbuster des Wandels.“

Wenn man sich die Definitionen, die den Begriff „Megatrend“ beschreiben, durchliest, dann stößt man auf einige Schlagwörter, die sich wiederholen. Als erstes wäre da die Dauer. Ein Megatrend ist ein Marathonläufer und dauert mindestens 25 Jahre. Dann wäre da die Globalität: Früher oder später wird jeder Erdenbürger mit diesem Trend konfrontiert. Als drittes ist die Allgegenwärtigkeit zu nennen: Megatrends beeinflussen unser aller Leben auf nachhaltige Weise. Kein Mensch kommt heute mehr ohne Handy aus. Der Fachbegriff lautet Ubiquität, aber Allgegenwärtigkeit klingt verständlicher. Zusammengefasst heißt das so viel wie: Man kann sich nicht vor Megatrends verstecken.

Es gibt  drei Megatrends, die sich momentan etablieren und über die gesprochen werden muss. Da ist als erstes der Demographische Wandel zu nennen. In Deutschland heißt das: Pflege im Alter, Rentensystem, aber eigentlich ist das Problem wesentlich vielschichtiger. Das zweite ist die Nachhaltigkeit. Wenn man das Thema aus Investmentperspektive betrachtet, befindet sich Deutschland – im Gegensatz zu Skandinavien – noch in einer sehr frühen Phase. Das dritte Thema beinhaltet das, was die meisten Menschen spontan mit Megatrends assoziieren, die Neuen Technologien.

Was macht nun Megatrends als Investmentthema interessant? Betrachtet man die Themen, die heute das Geschehen auf den Märkten beeinflussen – zum Beispiel Trump, Handelskrieg oder Brexit – so spielten diese vor vier Jahren noch keine Rolle. Und es ist fraglich, ob man in ein paar Jahren noch davon sprechen wird. Die Frage lautet also: Wie lange beeinflussen diese Themen die Preise von Aktien? Vielleicht Monate, ein Jahr oder sogar mehrere – aber sicher nicht solange, wie es der Definition von Megatrends entspricht. Der Investor Benjamin Graham hat einmal gesagt:

“Auf kurze Sicht ist der Markt wie ein Wahlautomat, auf lange Sicht eher eine Waage.“

Es gibt also eine kurz- und eine langfristige Perspektive. Das bedeutet zum Beispiel, dass der Preis von Aktien kurzfristig von aktuellen Nachrichten bestimmt wird: Ölpreis, Quartalszahlen oder Twitter-Nachrichten. Langfristig wird der Wert eines Unternehmens dagegen von Fundamentaldaten und strukturellen Wachstumstreibern bestimmt, die nicht nur für ein oder zwei, sondern für viele Jahre gültig sind. Dieses langfristige Denken ist vielen Investoren mittlerweile abhanden gekommen. Heute ist der Blick meist auf die kurzfristigen Quartalszahlen gerichtet, bei langfristigen Gewinnprognosen über ein, zwei oder gar drei Jahre wird die Luft schon dünner.

Investment-Themen rund um Megatrends stehen nicht alleine da sondern sind vielfältig miteinander verflochten.

Branchen rund um die Elektromobilität

Branchen rund um die Elektromobilität
Branchen rund um die Elektromobilität

Man sollte  einzelne Themen nicht  isoliert betrachten. Elektromobilität und autonomes Fahren sind ein gutes Beispiel. In diesem Zusammenhang spielen auch andere Puzzleteile eine Rolle, die es zusammenzusetzen gilt: Preise, Verfügbarkeit und Gewinnung von seltenen Erden wäre ein Stichwort. Oder die Frage, was mit den Immobilien in Innenstädten passiert, die nicht mehr gebraucht werden, wenn Autos zukünftig auf Knopfdruck gerufen und folglich weniger benötigt werden: Parkhäuser, Tankstellen, Werkstätten. Weniger Unfälle durch autonome Fahrzeuge verändern aber auch das Geschäft der Versicherungen. Und natürlich spielen auch Telekommunikation und Energiepreise in diesem Zusammenhang eine enorme Rolle. Es ist also wichtig, einen Megatrend in seiner Gänze zu analysieren. Dafür hat Fidelity rund 200 Analysten, die über den ganzen Globus verteilt sind und die sowohl regional als auch sektoral in den Bereichen Fixed Income und Equity Hand in Hand zusammenarbeiten.

Es ist eigentlich sinnvoller,  nicht von Megatrends zu sprechen, sondern vielmehr von einem langfristig orientierten thematischen Investieren. Es gilt daher, langfristige berechenbare Trends zu identifizieren und nach langfristigem strukturellem Wachstum zu suchen – das nicht abhängig ist von Rohstoffpreisen oder dem Ausgang der nächsten Wahl. Es reicht nicht, eine Makroperspektive einzunehmen, sondern es ist wichtig, Unternehmen nach einem Bottom-Up-Ansatz zu analysieren. Man muss das Puzzle zusammensetzen können. Dabei ist ein globaler Ansatz natürlich hilfreicher als ein regionaler. Nur wer sich auf das langfristige Investment konzentriert, der ist auch in der Lage, für seine Kunden langfristige attraktive Renditen zu erzielen.
Das heißt aber noch lange nicht, dass man die kurzfristigen Entwicklungen aus den Augen verlieren darf. Aktuell lässt sich zum Beispiel eine deutliche Abkühlung im Tech-Zyklus in 2019 feststellen.

Unternehmensgewinne: Gesamtmarkt & USA vs. Technologiebranche
(indexiert auf 100)

Unternehmensgewinne: Gesamtmarkt & USA vs. Technologiebranche (indexiert auf 100)
Unternehmensgewinne: Gesamtmarkt & USA vs. Technologiebranche (indexiert auf 100)

Bei diesem hat es bis 2017 gedauert, damit die Gewinne wieder das hohe Vorkrisen-Niveau von 2007 erreichen konnten. Auf Länderebene hat sich von den großen Märkten die USA am besten entwickelt. Der Technologie-Sektor aber hat eine wesentlich dynamischere Entwicklung genommen, und die Gewinne lagen 2018 um fast 200 Prozent über denen von 2007. Die Investitionen von  Unternehmen in dieses Segment haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen und sollten auch zukünftig weiter steigen. Der Technologiesektor ist wesentlich breiter aufgestellt und hat deutlich mehr zu bieten, als es um die Jahrtausendwende der Fall war.

Es gibt viele strukturelle Treiber, die die langfristige Gewinnentwicklung positiv beeinflussen. Dazu gehört zum Beispiel die Nachfrage nach Elektromobilität. Von diesem Trend werden in der Zukunft viele Unternehmen profitieren, vor allem solche, welche die notwendigen Komponenten wie z.B. Halbleiter liefern. Auch im Bereich Künstliche Intelligenz findet ein exorbitantes Wachstum statt. Die Auslastung von Rechenzentren für dieses Segment sollte in den nächsten Jahren  deutlich zunehmen.

Fidelity International bietet drei Produkte an, die in Megatrends investieren. Zwei von ihnen weisen bereits eine sehr lange Historie und einen starken Track Record auf, der Fidelity Global Technology Fund und der Fidelity Global Demographics Fund. Neu hinzugekommen ist der Fidelity Sustainable Water & Waste Fund.

Beim Fidelity Global Technology Fund versuchen wir, die gesamte Breite des Technologiesektors sowohl in Bezug auf Marktkapitalisierung als auch auf Themen und Regionen im Fonds abzudecken. Im Bereich „Kontinuierliche Innovationen“ setzen wir auf Cloud-Computing, digitale Werbung und E-Commerce. Der Bereich „Neue digitale Welt“ investiert in das Internet der Dinge und Big Data und im Bereich „Technologie der Zukunft“ stehen, 3D-Drucken, Künstliche Intelligenz, Virtuelle Realität und selbstfahrende Autos im Mittelpunkt. Darunter finden wir Unternehmen mit ganz unterschiedlichen Gewinntreibern. So beinhaltete das Portfolio neben den Wachstumswerten auch zyklische Werte.

Der Fidelity Global Demographics Fund investiert in den Megatrend „demographischer Wandel“. Die Stichworte lauten hier: Alternde Gesellschaft, wachsende Mittelschicht und Bevölkerungswachstum. Damit gehen unter anderem einher: einveränderter Konsumbedarf, neuer Wohlstand, veränderte Gewohnheiten sowie notwendige Effizienzsteigerungen bei der Nutzung von Ressourcen wie Wasser, Strom oder Nahrungsmitteln.. Dabei gehen wir davon aus, dass die Nachfrage nach bestimmten Produkten – medizinische Geräte, Arzneimittel,  Anti-Ageing Produkten etc. – aufgrund einer alternden Bevölkerung stetig  steigt. Gleichzeitig wird bis zum Jahr 2030 der weltweite Konsum der Mittelschicht voraussichtlich um 29 Billionen USD höher sein als 2015. Und das globale Bevölkerungswachstum wird zu einem erhöhten Bedarf an Ressourcen führen, was eine effizientere Nutzung notwendig macht

Der Fidelity Sustainable Water & Waste Fund schließlich basiert auf der Annahme, dass die Welt immer wohlhabender wird und folglich mehr wasserintensive Produkte konsumiert. Der zunehmende globale Wasserkonsum wird vor allem von steigender Nachfrage nach Nahrung, Gütern und Energie getrieben. Parallel dazu gibt es einen immer größer werdender Bedarf, den anfallenden Plastikmüll besser zu managen – im Jahr 2050  könnte es zum Beispiel mehr Plastik als Fische im Meer geben. Aktien aus dem Bereich Wasser- und Abfallmanagement haben in der Vergangenheit besser abgeschnitten als der globale Aktienmarkt und auch mit Blick nach vorne sehen wir hohe Wachstumschancen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in diesen sehr aktiv gemanagten Fonds die Themen abgebildet werden, die uns nicht nur die nächsten Jahre, sondern auch die nächsten Jahrzehnte begleiten werden. Für Kunden wiederum bieten diese Strategien eine gute Möglichkeit, nachhaltig von Megatrends zu profitieren.

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