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Dieses Trio will Fondsboutiquen erfolgreicher machen

Die meisten Fondsboutiquen werden von privaten und institutionellen Anlegern übersehen. Drei ehemalige Mitarbeiter des Berenberg Vermögensverwalter Office haben sich selbständig gemacht, um das zu ändern.

Fondsboutiquen haben ein grundsätzliches Vertriebsproblem. Sie sind vom Start weg unbekannt, mit den Werbebudgets großer Fondsgesellschaften können sie nicht mithalten. Und die großen Vertriebsnetze der Banken und Sparkassen vertreiben nur Fonds ab einer gewissen Größenordnung. Deshalb liegt der Marktanteil der unabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland bisher nur bei im internationalen Vergleich eher mageren vier bis fünf Prozent. Es ist wie mit der Henne und dem Ei: Wie soll man groß werden, wenn die Bedingung für den Verkaufserfolg Größe ist?

Ein Schlüssel für die Auflösung des Dilemmas ist auf jeden Fall eine effektivere Kommunikation.  Denn das Interesse auch institutioneller Investoren an den oftmals sehr erfolgreichen Fondskonzepten mit markanten Alleinstellungsmerkmalen nimmt stetig zu. „Der aktuelle Konzentrationsprozess bei den Banken dürfte dazu führen, dass immer mehr Kunden sich den sehr individuellen und passgenauen Anlagekonzepten der Vermögensverwalter und Fondsboutiquen zuwenden“, sagt Frank Eichelmann, Geschäftsführer der neu gegründeten Pro BoutiquenFonds GmbH (kurz: PBF GmbH).

Die drei Gründer des jungen Unternehmens aus Frankfurt sind keine Anfänger. Sie wissen, wovon sie reden. Sowohl Eichelmann als auch seine beiden Mitstreiter Michael Gillessen und Sven Hoppenhöft arbeiteten bis vor kurzem noch für das Berenberg Vermögensverwalter Office. Nun haben sie sich selbständig gemacht und sich zum Ziel gesetzt, ausgewählte Fondsboutiquen mit Hilfe einer umfangreichen Marketing- und Vertriebsunterstützung noch erfolgreicher zu machen. Außerdem wollen sie allen Marktteilnehmern im Vermögensverwalter- und Fondsboutiquenmarkt als Consulting-Partner zur Verfügung zu stehen. Dazu gehören neben den Vermögensverwaltern selbst unter anderem auch Kapitalverwaltungsgesellschaften, Asset Manager, Depotbanken und Family Offices. „Wir haben seit vielen Jahren die unabhängigen Vermögensverwalter aus der Bankenperspektive unterstützt, sind uns aber sicher, dies in Zukunft auf unabhängiger Basis noch viel effektiver tun zu können“, erklärt Michael Gillessen. „Völlig unabhängig von Konzerninteressen, mit äußerst kurzen Entscheidungswegen, ausgestattet mit modernster Technik ist es deutlich leichter, kreativ und unbürokratisch die richtigen Lösungen aufzuzeigen und umzusetzen“, so Gillessen.

Die drei Gründer haben eine Vielzahl von Aufgabenfeldern identifiziert, in denen sie großen Beratungsbedarf in der Branche sehen. Neben der Begleitung bei der Existenzgründung und bei strategischen Weichenstellungen im Unternehmen ist dies auch die systematische Nachfolgeplanung. Bei der Auflage eigener Investmentfonds ist die richtige Partnerwahl bei Fondsgesellschaft, Verwahrstelle und weiteren externen Dienstleistern oftmals die größte Hürde für einen erfolgreichen Start. Allerdings gilt es auch, die beste rechtliche Hülle für das Projekt zu finden und sowohl die Gesellschaft als auch den neuen Fonds mit Marketing- und Vertriebsaktivitäten bekannt zu machen. „Viele unabhängige Vermögensverwalter machen einen großartigen Job, sind aber weiterhin noch viel zu unbekannt“ erklärt Sven Hoppenhöft. „Mit unseren zusammen mehr als 100 Jahren Markterfahrung werden wir ihnen künftig beratend, aber auch mit der praktischen und passgenauen Umsetzung zur Seite stehen.“ So will Pro BoutiquenFonds beispielsweise dabei helfen, den Kontakt zu Dachfondsmanagern herzustellen. Zudem ist ein Newsletter in Planung, mit dem das Unternehmen künftig über die Branche informieren wird. Mit Webinaren und anderen Maßnahmen wird Pro BoutiquenFonds neue Tools im Markt positionieren.

Die Resonanz ist bereits jetzt gut. Mit ihrem Geschäftsmodell stießen die Ex-Berenberger schon vor der Gründung der neuen Gesellschaft auf großes Interesse. Wenig verwunderlich, denn zahlreiche Vermögensverwalter haben den identischen Weg gewählt und sich nach vielen erfolgreichen Jahren bei großen Bankhäusern selbständig gemacht.

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