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DJE-Marktausblick September 2021

Die Unruhe vor der deutschen Bundestagswahl könnte vorübergehend auf den deutschen Aktienmarkt drücken. Ein deutlicher Linksruck etwa dürfte für Unbehagen bei den Investoren sorgen und die Zinsen steigen lassen. Grüne Aktien und Engagements in Japan erscheinen derzeit attraktiv.

Saisonal ist der September ein eher schwieriger Monat, wir bleiben dennoch weiter konstruktiv für die Märkte und behalten unsere hohen Aktienquoten bei. Eine Baisse, ausgelöst durch eine Bremspolitik der US-Notenbank, erwarten wir ebenso wenig wie eine starke Korrektur. Cash und weitestgehend auch Anleihen sind nach wie vor keine Anlagealternativen. Regional sehen wir Japan aktuell optimistischer.

Im kommenden Jahr könnte dann der asiatische Raum insgesamt das höchste Gewinnwachstum ausweisen. Der deutsche Aktienmarkt könnte vorübergehend belastet werden, sollten sich die Investoren durch einen möglichen Linksruck verunsichern lassen. Wir beobachten die Entwicklung, vor allem Chemiewerte, die mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl unter Druck geraten könnten. Im Gegenzug halten wir die Region Japan sowie ausgewählte grüne Aktien für attraktiv.

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Fundamental

  • Höheres Gewinnwachstum in Asien im Jahr 2022
  • Japan in Bezug auf Gewinn-Kennzahlen günstig
  • Japan aktuell attraktiver als China

Mit Blick auf 2022 könnte die asiatische Region das höchste Gewinnwachstum ausweisen. Asien insgesamt ist nach wie vor von Covid-bedingten Lockdowns stärker belastet und wird daher erst nach den USA und Europa vermehrt öffnen, wovon dann Wirtschaft und Konjunktur im Jahr 2022 stärker profitieren sollten. So könnten beispielsweise auch Märkte wie Indien im kommenden Jahr ein größeres Aufholpotenzial haben. Der japanische Markt erscheint aktuell auch in Bezug auf Gewinn-Kennzahlen sehr günstig – was die Substanzbewertung betrifft, gilt das für Japan schon seit Jahren. Gegenüber China überzeugt Japan derzeit durch eine relative Unterbewertung, ein höheres Geldmengenwachstum sowie durch ein besseres ESG-Rating. Japan ist aus unserer Sicht aktuell attraktiver als China.

Monetär

  • Höheres Inflationsumfeld sollte bestehen bleiben
  • US-Zinsen dürften etwas steigen
  • Bundestagswahl könnte Zinsanstieg in Deutschland mit sich bringen

Die Inflation wird weiterhin eines der dominierenden Themen an den Kapitalmärkten bleiben. Wir gehen auch für die kommenden Monate von einer anhaltend erhöhten Teuerungsrate aus (USA > 5%). Etwas beunruhigend entwickelten sich zuletzt die US-Löhne und auch die Energie-bzw. Strompreise. Demgegenüber steht allerdings unter anderem eine weniger lockere Kreditvergabe. Die Zentralbanken werden nach wie vor versuchen, Inflationsängste schnell zu ersticken und so vorerst das Meinungsbild zu prägen. Aufgrund der anhaltenden Pandemielage in den USA gehen wir weiter davon aus, dass das erwartete Zurückführen der Anleihekäufe (Tapering) nach hinten verschoben wird. In Europa dürfte eine Tapering-Diskussion noch in sehr weiter Zukunft liegen. Mit Blick auf die kommenden Monate sollten die US-Zinsen tendenziell etwas steigen. Sollte aus der Bundestagswahl eine linke Regierung hervorgehen, könnte dies die Zinsen auch in Deutschland steigen lassen (Versicherungssektor damit ggf. interessant). Wir bleiben bei einer kurzen Duration.

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