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Ertrag und Erhalt: Welche Stiftungsfonds stabile Renditen bei wenig Risiko versprechen

Stabile Renditen bei wenig Risiko versprechen Produkte, die das Vermögen von Stiftungen verwalten. Welche Fonds diese Herausforderung im Niedrigzinsumfeld tatsächlich meistern.

Regelmäßige Erträge mit Investments einfahren, das vorhandene Kapital dabei aber keinen allzu hohen Risiken aussetzen - Stiftungen wollen schließlich mit dem erwirtschafteten Geld ihre Projekte fördern und zugleich ihr Vermögen erhalten. Eine Umfrage des Bundesverbands Deutscher Stiftungen zeigt, wie schwer dies zurzeit ist: Ein Fünftel der Stiftungen schaffte es 2019 nicht mal, die Inflationsrate von 1,4 Prozent mit der erzielten Rendite nach Kosten auszugleichen.

"Das historisch niedrige Zinsumfeld stellt Stiftungen und andere gemeinnützige Organisationen, aber auch viele Privatanleger vor gewaltige Herausforderungen", sagt Kurt von Storch, Vorstand des Kölner Vermögensverwalters Flossbach von Storch. Dieser versucht, mit seinem Stiftungsfonds eine Lösung für das Problem anzubieten. Durchaus mit Erfolg: In der jüngsten, im August veröffentlichten Studie des Münchner Analysehauses FondsConsult, mit dem der Finanzen Verlag bei der Berechnung der FondsNote kooperiert, ist der FvS Stiftung eindeutiger Sieger. In der Studie wurden 20 Produkte untersucht, die seit mindestens drei Jahren am Markt sind und ein Volumen von über 50 Millionen Euro haben. Neben qualitativen Kriterien wie Anlagegrundsätzen und Risikomanagement schauten die Analysten auf quantitative Kriterien wie die Rendite und das eingegangene Risiko.

Die meisten der untersuchten Produkte haben neben Anteilsklassen für steuerbefreite Anleger wie Stiftungen auch Tranchen, in die Privatanleger investieren können. Ausgerechnet beim Testsieger FvS Stiftung war dies bisher nicht der Fall. Allerdings bringen die Kölner Anfang Januar eine ausschüttende und eine thesaurierende Tranche ihres Stiftungsfonds für Privatanleger auf den Markt. Bis diese Anteilsklassen bei allen Banken im Angebot sind, könnte es etwas dauern, interessierte Anleger sollten einfach bei ihrer Depotbank nachhaken.

Neuer Name des Testsiegers

Jüngst gab es zudem eine Namensänderung: Aus dem FvS Stiftung wurde der FvS Foundation Defensive. Damit wird auch die Ausrichtung des Fonds deutlich, bei dem es sich - wie bei den meisten der 20 von FondsConsult analysierten Produkten - um einen defensiven Mischfonds mit einer begrenzten Aktienquote handelt. Beim Flossbach-Stiftungsfonds können bis zu 35 Prozent des Kapitals in Aktien investiert werden. Die Aufteilung der meisten Stiftungsfonds mit einem maximalen Aktienanteil von rund 30 Prozent beklagen die FondsConsult-Autoren. Weil Investmentstrategien in viel zu kurzen Zeitabschnitten analysiert würden, könne der langfristige Renditevorteil von Aktien aufgrund ihrer erhöhten kurzfristigen Volatilität nur sehr eingeschränkt zur Geltung kommen. In einem zunehmend herausfordernden Rentenmarktumfeld würden die langfristigen Anlageziele so schon fast zwangsläufig verfehlt.

Höhere Aktienquote

Flossbach offeriert mit dem FvS Foundation Growth künftig auch eine offensivere Variante des Stiftungsfonds, die wie der bewährte FvS Foundation Defensive von Elmar Peters und Stephan Scheeren gelenkt wird. In der neuen Growth-Version sind bis zu 75 Prozent Aktien erlaubt. Ab Januar gibt es vom FvS Foundation Growth ebenfalls eine ausschüttende (ISIN: LU 224 356 757 0) und thesaurierende (LU 224 356 765 3) Anteilsklasse für Privatanleger.

Nur wenige der in der jüngsten FondsConsult-Studie analysierten Stiftungsfonds haben eine hohe Aktienquote. Dazu zählt der zweitplatzierte: Der von Hendrik Leber gelenkte Acatis Fair Value Modulor Vermögensverwaltungsfonds Nr. 1 (siehe Investor-Info) kann bis zu 100 Prozent in Aktien investieren, in der Regel beträgt der Anteil rund 70 Prozent. Damit verbunden ist eine höhere Volatilität, aber auch eine höhere Rendite. Auf Dreijahressicht erreichte der Acatis-Fonds von allen 20 untersuchten Produkten die beste Sharpe Ratio - die Kennzahl setzt die erzielte Rendite ins Verhältnis zum eingegangenen Risiko.

Bei Acatis werden ebenso wie bei Flossbach von Storch und den meisten anderen Stiftungsfonds auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Ob Privatanleger nun eher zum klassischen defensiven Stiftungsfonds oder einer offensiveren Variante greifen, hängt von ihrem zeitlichen Anlagehorizont und der eigenen Risikotoleranz ab.


INVESTOR-INFO

FvS Foundation Defensive - Bewährte Balance

Der bisher als FvS Stiftung bekannte Fonds investiert neben Anleihen bis zu 35 Prozent in Aktien und bis zu zehn Prozent in Gold. Ab Januar gibt es eine ausschüttende (ISIN: LU 224 356 838 8) und eine thesaurierende Tranche (LU 224 356 846 1) für Privatanleger.

Acatis Fair Value Mod. VV Nr. 1 - Große Flexibilität

Bis zu 100 Prozent Aktien sind möglich, auf Sicht von drei Jahren lag ihr Anteil im Schnitt bei 70 Prozent. Die Strategie ist sehr flexibel, neben Anleihen und Zertifikaten wird etwa zur Absicherung auch in Optionen investiert. (ISIN:LU 027 815 251 6)

Dieser Artikel erschien zuerst am 25.12.2020 auf boerse-online.de

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