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ESG-Boom bei neuen Fonds: Die perfekte Welle

Ab 2020 will die EU per Regulierung dafür sorgen, dass mehr Geld in nachhaltige Investments fließt. Der ESG-Druck auf die Investmentbranche wirkt bereits sichtbar.

Das Thema ESG (Environment, Social, Governance) wird in den kommenden Jahren die Finanzbranche in zunehmendem Maße beschäftigen. Denn spätestens im Jahr 2020 will die EU per Regulierung dafür sorgen, dass Nachhaltigkeits-Themen in der Asset Allokation stärker berücksichtigt werden müssen als bisher. Spätestens dann wird eine Nachhaltigkeitswelle in noch nicht abzusehendem Ausmaß auf europäische Vermögensverwalter und Asset Manager zurollen.

Schon seit einigen Jahren spielt das Thema ESG eine immer größere Rolle: So liegt der jüngste Bericht des „Forum Nachhaltige Geldanlage“ (FNG) für das Gesamtjahr 2018 zwar noch nicht vor, doch bei der letzten Erhebung hatte das Anlagevolumen nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland mit rund 171 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert erreicht. Das entsprach einem Zuwachs von neun Prozent innerhalb eines Jahres. Insgesamt betrug die Summe des verantwortlichen Investierens in Deutschland rund 1,4 Billionen Euro.

ESG-Emissionswelle bei Publikumsfonds

Publikumsfonds spielen hier bislang erst eine vergleichsweise untergeordnete Rolle. Daten des Sustainable Business Institute (SBI) zufolge waren zum Ende des dritten Quartals 2018 insgesamt 509 nachhaltige Publikumsfonds mit einem Gesamtvermögen von rund 126 Milliarden Euro in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Vertrieb zugelassen. Es sind Zahlen, die Experten in drei oder vier Jahren vermutlich nicht mehr besonders beeindrucken werden. Denn schon Anfang dieses Jahres zeichnet sich ab, mit welchem bienenfleißigen Eifer die Emittenten neue Fonds mit ESG-Siegel in den Markt drücken. So legt Union Investment im Januar einen neuen nachhaltig ausgerichteten Mischfonds auf. Der „PrivatFonds: Nachhaltigkeit“ bezieht nach Aussagen von Union Investment die Faktoren Umweltschutz, soziale Rücksichtnahme und gute Unternehmensführung – die sogenannten ESG-Faktoren – in die Anlageentscheidungen mit ein. Auch an der ETF-Front tut sich etwas: Mit den beiden Ossiam World ESG Machine Learning UCITS ETFs gehen zwei neue ETFs an den Start, die die Aktien im Portfolio anhand von Finanz- und ESG- Ratings bewerten und gewichten werden.

Keine halben Sachen: LFDE krempelt sein komplette Fondspalette um

Ein sehr eindrückliches Beispiel für den neuen Trend zum Investieren mit grünem Gewissen liefert aktuell La Financière de l'Echiquier (LFDE): Die französische Fondsgesellschaft will künftig nicht mehr nur einzelne Nachhaltigkeits-Fonds anbieten, sondern gleich ihre gesamte Fondspalette nach ESG-Kriterien ausrichten. ESG-Spezialistin Sonia Fasolo, die das Projekt leitet, hat dafür eigens eine hauseigene Rating-Methode entwickeln lassen. Damit werden alle Wertpapiere in den Portfolios daraufhin untersucht, in welchem Maß sie ESG-Kriterien erfüllen. Angesichts des regulatorischen Drucks aus Brüssel ist es durchaus möglich, dass bald weitere Gesellschaften dem LFDE-Beispiel folgen werden.

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