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EZB braucht lockere Geldpolitik

Die Geldpolitik der Europäische Zentralbank (EZB) muss laut Direktoriumsmitglied Benoit Coeure "mehr denn je" akkommodierend sein.

 

Dies gelte, solange das Inflationsziel nicht erreicht werde, sagte der Franzose gegenüber dem Radiosender BFM. Die EZB könne die Zinsen senken und bei Bedarf "hypothetisch" ihre Nettokäufe von Anleihen wieder aufnehmen. Eine akkommodierende oder lockere Geldpolitik zielt darauf ab, den Markt etwa durch niedrige Zinsen oder Anleihekäufe mit Geld zu versorgen. Damit stützt eine solche Politik tendenziell die Konjunktur.

Er sehe derzeit nicht die Gefahr einer Deflation, sagte Coeure. Allerdings könnte eine Zusammenballung von negativen Schocks zu einer Abweichung vom Inflationsziel führen. Die EZB strebt eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Im Juni hatte die Rate nur bei 1,2 Prozent gelegen. Belastet wurde die Wirtschaft zuletzt vor allem durch die von den USA ausgehenden Handelskonflikte. Darunter leidet vor allem die Industrie.

An den Finanzmärkten wird erwartet, dass die EZB bald den Einlagensatz senken könnte. Dieser liegt bei minus 0,4 Prozent. Banken müssen also derzeit eine Art Gebühr bezahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken wollen. So soll die Kreditvergabe gestützt werden. Nur wenige Länder haben laut Coeure derzeit finanzpolitischen Spielraum um die Konjunktur zu stützen.

Coeure will zudem kein Nachfolger von Christine Lagarde beim Internationalen Währungsfonds (IWF) werden. "Ich bin kein Kandidat für den IWF", sagte der Franzose. Es gebe andere gute Kandidaten, während er lieber weiter Europa dienen wolle. Die Amtszeit von Coeure bei der EZB ist am Ende des Jahres vorbei. Lagarde soll im Herbst EZB-Präsidentin werden.

Quelle: dpa/AFX/jsl/elm/fba

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