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Fondshandel wandert in die Blockchain

Der Fondsdienstleister Calastone will im kommenden Jahr den gesamten Handel mit Investmentfonds auf einer Blockchain abbilden. Das könnte dem Sektor Einsparungen in Milliardenhöhe bescheren.

Der Londoner Fondsdienstleister Calastone stellt Back- und Middleoffice-Lösungen für Branchenriesen wie JP Morgan Asset Management, Schroders oder Invesco bereit und unterstützt sie beim Verkauf ihrer Produkte durch Banken und Berater. Das Unternehmen bedient über 1.700 Kunden in vierzig Ländern und wickelt nach eigenen Angaben Transaktionen im Wert von rund 190 Milliarden Euro pro Monat ab. Im Mai kommenden Jahres will Calastone den Fondshandel komplett auf eine Blockchain umstellen. Dabei geht es konkret um die “Messages”, elektronische Nachrichten, die im Rahmen des Handels zwischen den Beteiligten hin- und hergeschickt werden: Der Käufer sendet eine Order, der Verkäufer quittiert den Eingang und mit einer dritten Nachricht wird der Preis bestätigt. Das bedeutet für Calastone die Abwicklung von neun Millionen Messages pro Monat. Nota bene: Ein Teil der Branche verlässt sich beim Handel noch immer auf den Austausch von Fax-Nachrichten. Aber auch die Abwicklung über Messages ist zeitaufwändig und schwerfällig.

Durch die Einführung einer Blockchain könnte die Fondsbranche pro Jahr Kosten in Höhe von 3,8 Milliarden Euro sparen – das hat die Unternehmensberatung Deloitte für Calastone errechnet. Einsparungen in solchen Größenordnungen wären für die vom Gebührenwettbewerb gebeutelte Branche ein wahrer Segen. „Je mehr sich automatisieren lässt, desto geringer wird das Risiko und desto glatter und schneller laufen die Prozesse”, meint Andrew Tomlinson, der Chief Marketing Officer bei Calastone.

Auch wenn die neue Technologie, die auch der umstrittenen Kryptowährung Bitcoin zugrunde liegt, am Markt noch immer auf gehöriges Misstrauen stößt, will Calastone zum Mai kommenden Jahres alle Prozesse auf die Blockchain verschieben.

In der Finanzbranche ist Calastone damit nicht alleine: Bereits in der vergangenen Woche hat der Zahlungsabwickler CLS bekannt gegeben, dass er einen Teil der Fremdwährungstransaktionen im Wert von fünf Billionen US$ [sic] pro Tag über eine Blockchain abbilden wird. CLS will mit kleinen Volumina beginnen und sich langsam vorarbeiten. In einem Whitepaper haben IBM, die die Blockchain eingerichtet haben, und CLS erklärt, das es bei rund 25.000 Transaktionen pro Jahr zu Anfechtungen komme – und dass dabei Kapital im Wert von 100 Millionen US$ gebunden werde. Mit der Blockchain ließen sich soclhe Dispute ausschließen. Momentan nutzen Goldman Sachs und Morgan Stanley den Dienst von CLS.

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