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FR Weekly: Seehofer schockt DAX

Die große Talfahrt im DAX hat noch nicht stattgefunden, doch der Trend weist in eine eindeutige Richtung. Die kriselnde Regierung könnte das Fass zum überlaufen bringen.

Am Ende der letzten Handelswoche stand erneut ein dickes Minus von 3,4% für den deutschen Blue Chips Index. Mit 12.306 Punkten verabschiedete sich der DAX ins Wochenende, das es in sich hatte. Horst Seehofer trat aufgrund der Auseinandersetzung mit Kanzlerin Merkel zunächst als Bundesinnenminister und CSU-Parteivorsitzender zurück. Nur um kurze Zeit später vom Rücktritt zurück zu treten. Sollte sich der Konflikt nicht harmonisch lösen lassen, droht ein Scheitern der Regierungskoalition.

Damit nicht genug, eskaliert auch der Handelskonflikt zwischen EU und den USA weiter. US-Präsident Trump wiederholte am Sonntag seine Vorwürfe, die Europäische Union wachse auf Kosten der US-Wirtschaft. Zum Handelsstart reagierten Anleger geschockt. Der DAX geht mit einem Minus von 1,3% in die neue Woche.

Anhaltende Korrektur

Die Hessische Landesbank warnt vor weiteren Rücksetzern. Die sich zuspitzenden Handelskonflikte der USA sowie die sich immer deutlicher abschwächende Inlands-Konjunktur drückten auf das Gemüt der Anleger. „Die Korrektur bei Aktien dürfte sich demnach noch bis in den Herbst hinein fortsetzen“, meint Dr. Stefan Mütze Aktienspezialist bei der Helaba. Er sehe den DAX am Ende des dritten Quartals bei 11.500 Punkten.

Dieser Meinung sind auch die Finanzmarktspezialisten der Commerzbank. Die vielfältigen politischen Unsicherheiten hielten die Anleger in Atem, heißt es im aktuellen Marktausblick. Wegen der fundamental weiterhin guten Lage nutzten derzeit noch einige Anleger die Marktsituation für Gelegenheitskäufe. An dieser Gemengelage werde sich auch in der dieser Woche kaum etwas ändern. Der Trend sei allerdings eindeutig.

Andreas Büchler, Geschäftsführer des Analysehauses Qarat, erwartet ebenfalls weitere Kursrücksetzer. Die Marktentwicklung der letzten Woche habe den Abwärtstrend bestätigt, so Büchler auf "börse-online". Das neue Ziel liege bei 11.500 bis 11.700 Punkten. Eine Bodenbildung vorher sei aus charttechnischer Sicht eher unwahrscheinlich.  

Kaum Unterstützungssignale

Belastend könnte sich auch die Entwicklung der Ölpreise auswirken, die auf neue Drei-Jahres-Hochs geklettert sind. Binnen einen Jahres ist der Preis für ein Barrel der Marke West Texas Intermediate (WTI) um 57,5% gestiegen, ein Barrel Brent verteuerte sich um 59,9%. Auch hier zeigen sich die Auswirkungen der politischen Weltlage. Zwei der größten Öl-Produzenten, Venezuela und Iran, stehen im Clinch mit den USA. Entsprechend weniger Öl kommt auf den Markt. US-Präsident Donald Trump bat darum jüngst den saudischen König Salman, die Ölförderung des Landes anzuheben.

Auch in Asien korrigierten die Börsen unter dem Eindruck der US-Strafzölle. Der Nikkei verlor auf Wochensicht 2,2%, der Hang Seng verlor 2,7%. Das chinesische Äquivalent zum DAX, der CSI 300 sank mit 3.613 Punkten auf den tiefsten Stand seit Sommer letzten Jahres, für den Shanghai Composite ging es erstmals seit Sommer 2016 wieder unter die 3000-Punkte-Marke zurück.


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