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„Für die USA ist es eigentlich nie zu spät“

Aktienrally seit Jahren – und die Unternehmensgewinne klettern weiter. Kann in den USA ein Soft-Landing gelingen? FundResearch sprach mit Dr. Martin Dilg, Geschäftsführer bei der AB Europe GmbH.

FundResearch: Neun Jahre Aktienrally im S&P 500-Index. Was sagen Ihre Experten - lohnt es sich jetzt noch zu investieren?

Dilg: Für US-Aktien ist es eigentlich nie zu spät. Die Fundamentaldaten sind nach wie vor robust, die Markttechnik stützt ebenfalls. Wenn man die Wachstumsprognosen zugrunde legt sind auch die Bewertungen durchaus gerechtfertigt. Hinzu kommt, dass US-Aktien ein attraktives Risiko-Ertrags-Profil aufweisen. Das Beta gegenüber den globalen Märkten liegt unter 1.

 

FundResearch: Wird das Wirtschaftswachstum denn anhalten?

Dilg: Sicherlich muss man eingestehen, dass die Frühindikatoren im Mai ihren Höhepunkt erreicht haben. Seitdem fallen Auslastung, Arbeitsmarktdaten und Verbrauchervertrauen, allerdings von hohen Niveaus. Gewinnrevisionen, Renditespreads und das globale Industrievertrauen stabilisieren sich jedoch. Die US-Wirtschaft ist 2017 um 2,3 % gewachsen, der Konsens für 2018 erwartet knapp 3 %. Im 2. Quartal waren es sogar 4 %. Der wichtige ISM-Index, der u.a. die Industrieproduktion in den USA misst, zeigt weiterhin einen Expansionskurs an.

 

FundResearch: Ist die Bewertung des Marktes nicht schon zu hoch?

Dilg: In den USA haben die Fundamentaldaten den Kursanstieg voll gedeckt, vor allem dank des Technologiesektors. Die Outperformance der USA gegenüber dem Rest der Welt ist also durch die Unternehmensdaten gerechtfertigt. Die Bewertungen sind dadurch sogar niedriger als noch zu Jahresbeginn. Selbst viele Wachstumstitel weisen vernünftige Bewertungen auf, nicht zuletzt im Vergleich mit sogenannten defensiven Sektoren. Das-US-Wachstum wird wohl weiterhin das höchste unter den Industrieländern sein, dennoch bewegen sich die KGVs nahe am 20-Jahres-Durchschnitt.

 

FundResearch: Wie schätzen die AllianceBernstein-Experten die technische Seite aktuell ein?

Dilg: Die technische Unterstützung kommt vor Allem von zwei Seiten: Erstens die Aktienrückkäufe. Seit Beginn der globalen Finanzkrise sind Buybacks im Umfang von 4,5 Billionen US-Dollar getätigt worden, das entspricht 20 % der gesamten Marktkapitalisierung oder anders ausgedrückt den drei QE-Programmen der Fed zusammengenommen. Der zweite Faktor ist die US-Untergewichtung der ausländischen Investoren. Diese besteht seit einiger Zeit und birgt daher ein erhebliches Aufholpotenzial in sich.

 

FundResearch: Keine Sorgen vor dem 10. Jahr Aktienrally in Folge?

Dilg: Nein, denn das prognostizierte Gewinnwachstum in den USA für 2018 liegt bei 23 % im Jahresvergleich, bei einem Umsatzwachstum von 8 %. Für 2019 wird auch noch ein Gewinnwachstum von 10 % erwartet, dass nennen wir ein attraktives „Soft Landing“-Szenario.

 

Die US-Gesellschaft AllianceBernstein hat rund 85 eigene Researchexperten. Der AB Ameri­can Growth Portfolio A (ISIN LU0232524495) hat ein Fondsvolumen von über 3 Mrd. EUR und ist eines der Flaggschiff-Produkte des Hauses.

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