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Großbanken verlieren Kunden an freie Vermögensverwalter

Immer mehr Kunden kehren Großbanken den Rücken zu und vertrauen ihr Vermögen lieber unabhängigen Vermögensverwaltern an. Das zeigt eine Studie des Instituts für Vermögensverwaltung der Hochschule Aschaffenburg.

Das Institut für Vermögensverwaltung (InVV) erhebt jedes Jahr in einer Befragung die Stimmung unter den deutschen Vermögensverwaltern. Die mittlerweile fünfte Auflage der Befragung ist im vergangenen Monat erschienen. Diesmal nahmen 161 Vermögensverwalter daran teil, das sind rund 40 Prozent der schätzungsweise 400 Vermögensverwaltungen hierzulande.

Die wichtigste Erkenntnis der Studie: Mehr als drei Viertel der Befragten gaben an, im vergangenen Jahr einen deutlichen Zuwachs bei der Zahl der Kunden und beim verwalteten Vermögen erzielt zu haben. Für die Zukunft sind die Vermögensverwalter sogar noch optimistischer. Der Grund für die Zuversicht ist die allgemeine geschäftliche Entwicklung der Branche: 2017 stieg das verwaltete Vermögen über alle Unternehmensgrößen hinweg bei der Hälfte der Vermögensverwaltungen an. Dazu beigetragen haben die Aufstockungen von Bestandskunden und der Gewinn neuer Kunden, aber auch die Performance durch die Börsenentwicklung.

Rund 35 Prozent der Vermögensverwalter verzeichneten der Umfrage zufolge einen „starken Anstieg“ bei den Assets under Management (AuM), bei nur 9,5 Prozent der Befragten blieben diese konstant. Einen Rückgang bei den AuM mussten lediglich neun Prozent der Vermögensverwalter hinnehmen.

Weitere wichtige Kernaussagen der Studie:

  • Kundengewinnung: 20,3 % der unabhängigen Vermögensverwalter nannten einen sehr starken, 49,7 % einen leichten Anstieg der Kundenzahlen im Jahr 2017.
  • Einschätzung der Geschäftslage: 17,6 % bewerteten ihren Unternehmenserfolg als sehr gut, 43,9 % als gut.
  • Kosten: 60,8 % der Ausgaben entfielen auf Mitarbeiter, 15,4 % auf regulatorische Aufwendungen.

Die Kleinen knabbern an den Großen

Interessant sind die Aussagen der unabhängigen Vermögensverwalter zu ihrer Kundenakquise: Demnach warben durchschnittlich 59,6 % der Befragten ihre Kunden bei Großbanken ab. 45,3 % der Kunden konnten bei Sparkassen und 33,5 % bei Privatbanken abgeworben werden. Der Wechsel der Kunden von einem Vermögensverwalter zu einem Konkurrenten ist eher selten – mit einer Ausnahme: Immerhin 39 Prozent der Vermögensverwalter gibt an, Kunden mit sehr großen Vermögen von mehr als 500 Millionen Euro von anderen Vermögensverwaltern abgeworben zu haben.

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