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Invesco will Oppenheimer schlucken

Die in Atlanta ansässige Vermögensverwaltung Invesco Ltd. streckt ihre Finger nach dem New Yorker Asset Manager OppenheimerFunds aus. Dem Vernehmen nach will Invesco rund fünf Milliarden US$ für den Konkurrenten zahlen.

Invesco kam zum Ende des vergangenen Jahres auf Assets under Management in Höhe von 938 Milliarden US$. OppenheimerFunds gehört zur Massachusetts Mutual Life Insurance Company (MassMutual) und managt aktuell Vermögenswerte in Höhe von 248 Milliarden US$. Durch den Zusammenschluss würde sich das Volumen der Assets von Invesco auf über eine Billion US$ erhöhen. Das ist in erster Linie der Akquisitionspolitik von Invesco-CEO Martin Flanagan zu verdanken, der laut dem Branchenmagazin Ignites einer der aktivsten Deal-Maker der Branche ist. Vor genau einem Jahr hatte Flanagan das ETF-Geschäft von Guggenheim Partners für 1,2 Milliarden US$ übernommen; damit wechselten Assets im Wert von 37 Milliarden die Adresse. Bereits früher im Jahr hatte er den ETF-Specialisten Source gekauft. 

Mit dem rund 13fachen des geschätzten EBITDA wäre die Übernahme von Oppenheimer für Invesco nicht unbedingt ein Schnäppchen. Sollte der Deal wie geplant über die Bühne gehen, so setzt sich die Konsolidierung bei den mittelgroßen US-Asset-Managern damit fort. Morningstar-Kolumnist Gregory Warren rechnet jedenfalls damit, dass Vermögensverwalter mit einem Volumen von 250 bis 750 Milliarden US$ auch auf Sicht der nächsten fünf bis zehn Jahre enorm unter Druck stehen und ihr Gewicht verstärken müssen, indem sie kleine Asset Manager in der Größenordnung von 25 bis 250 Milliarden US$ schlucken. Allerdings, so Warren, würde sich Invesco mit der Oppenheimer-Übernahme auch eine höhere Exposure bei Aktien und Retail einkaufen – Bereiche, die kurz bis mittelfristig unter hohem Kosten- und Gebührendruck stehen.

Ob Invesco mit dem Deal ein Befreiungsschlag gelingt, bleibt abzuwarten. Der Aktienkurs konnte zwar nach Bekanntwerden der Übernahmepläne kurz anziehen, hat jedoch in dieser Woche einen neuen Tiefststand erreicht. Dass Invesco-Chef Flanagan auf diesem Kursniveau neue Aktien ausgibt, um den Deal zu finanzieren, scheint unwahrscheinlich.

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Quelle: Bloomberg

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