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La Financière de l’Echiquier: USA - erste Anzeichen für einen steigenden Lohndruck

Die US-Notenbank Fed werde die Straffung ihrer Geldpolitik nicht weiter beschleunigen, auch wenn die Inflation einige Monate knapp über der Marke von 2 % bleiben sollte, meint Olivier de Berranger, Chief Investment Officer bei La Financière de l’Echiquier (LFDE).

Wenig überraschend beließ die US-Notenbank (Fed) ihre Leitzinsen am vergangenen Mittwoch unverändert. Die Mitglieder des Offenmarktausschusses bekräftigten vor allem, dass die Inflation sich dem „symmetrischen“ Ziel von 2 % angenähert habe, was eine erneute Anhebung der Leitzinsen im Juni denkbar erscheinen lässt. Diese Punkte wurden jedoch kaum diskutiert. Die Diskussionen konzentrierten sich vielmehr auf die Verknüpfung des Begriffs „symmetrisch“ mit dem Inflationsziel. Auch wenn bisher weder Sitzungsprotokolle noch offizielle Erklärungen bekannt sind, können wir davon ausgehen, dass die Fed, nachdem sie die geldpolitische Normalisierung aufgrund einer Inflation von knapp unter 2 % einleitete, auf diese Weise anzudeuten versucht, dass sie ihre Straffung nicht beschleunigt, falls die Inflation für mehrere Monate knapp über dieser Marke bleibt.

Die Mitglieder des Offenmarktausschusses betonten überdies, dass der Lohndruck trotz der Annäherung der Inflation an das 2 %-Ziel schwach bleibt. Mehrere Erhebungen differenzieren diese Aussage jedoch. Die jüngste Erhebung des Institute for Supply Management (ISM) nennt die Arbeitskosten als einen der Faktoren für den Anstieg der gezahlten Preise. Auch die kleinen Unternehmen bestätigen in der Befragung durch den US-Verband der freien Berufe (NFIB) einen ausgeprägteren Lohndruck. Diese beiden etwas gegenläufigen Auffassungen über den Lohndruck verleihen den Beschäftigungszahlen, die am vergangenen Freitag vom BLS, der US-Behörde für Arbeitsstatistik, veröffentlicht wurden, zusätzliche Bedeutung.

Zu den neu geschaffenen Stellen: Sie liegen bei 164.000 gegenüber den erwarteten 193.000, jedoch gegenüber dem Vormonat um 32.000 im Plus. Die am meisten beachtete Zahl ist das Lohnwachstum: Mit +0,1 % gegenüber den erwarteten +0,2 % (+2,6 % über ein Jahr gegenüber +2,7 %) lag der Anstieg unter den Prognosen. Außerdem gibt es vor allem bisher keine Anzeichen einer wesentlichen Beschleunigung, und die Zahl des Vormonats wurde auf +0,2 % nach unten korrigiert.

Hierfür gibt es mehrere Erklärungen, insbesondere den Anstieg der privaten Einkommen im Zuge der auf den Jahresanfang konzentrierten Steuerreform, die den Wunsch nach Lohnerhöhungen eindämmt, sowie den Anstieg der Beschäftigtenzahlen in den Unternehmen, der durch mehrere Erhebungen der regionalen Notenbanken belegt wird, aber auch den Rückgang der Unterbeschäftigungs- und der Arbeitslosenquote. Mit 3,9 % gegenüber 4,1 % im Vormonat erreicht diese den niedrigsten Stand seit Ende 2000.

Auch wenn das Ausbleiben böser Überraschungen von den Märkten stets gut aufgenommen wird, sind wir dennoch der Ansicht, dass sich ein ausgeprägterer Anstieg der Löhne in den amtlichen Statistiken, insbesondere des BLS, zeigen wird, dessen Monatsbericht zum US-Arbeitsmarkt von den Anlegern stets genau geprüft wird. Zweifelsohne wird dies in den kommenden Monaten noch mehr der Fall sein.

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