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Neue Gold-Funde bei PIM Gold

Der Goldhändler PIM Gold soll 10.000 Kunden Gold verkauft haben, das er womöglich gar nicht besitzt. Die Firma hat Insolvenz angemeldet – ob Anleger ihr Geld zurückbekommen, ist trotz neuer sichergestellter Goldbarren fraglich.

Gold gilt für viele Anleger als krisenfestes Investment. Umso größer dürfte der Schock sein, wenn das Edelmetall plötzlich selbst zum Krisenfall wird. So geschehen bei dem mutmaßlichen Betrug des Goldhändlers PIM Gold: Die Firma im hessischen Heusenstamm soll ihren Kunden Gold verkauft haben, das sie womöglich gar nicht hat. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt. Rund 10.000 Anleger sollen betroffen sein – und bangen nun um das Geld, das sie in die angeblich existierenden Goldbarren des Unternehmens investiert haben. Denn PIM Gold hat im September gemeinsam mit seiner Vertriebsgesellschaft Premium Gold Deutschland GmbH Insolvenz angemeldet. Es ist fraglich, ob die Insolvenzmasse ausreicht, um den Forderungen aller geprellten Kunden nachzukommen.

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, sammelte PIM Gold jahrelang Anlegergeld für den Kauf von 3,38 Tonnen Gold ein – das entspricht aktuell etwa 150 Millionen Euro. Das Unternehmen soll aber einen Großteil des Goldes womöglich gar nicht besitzen, befürchtet die Staatsanwaltschaft Darmstadt. Das Handelsblatt spricht von einem Schneeballsystem, das die Firmenverantwortlichen rund um den Geschäftsführer Mesut P. betrieben haben sollen. Der Goldhändler soll das Geld neuer Kunden dafür verwendet haben, alte Kunden auszuzahlen und Provisionen der Vermittler zu finanzieren. Schon im Juli berichteten Medien über erste Ermittlungen gegen PIM Gold, nachdem ein ehemaliger Mitarbeiter Strafanzeige gestellt hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin das Unternehmen und seine Goldlager durchsucht, sämtliche Vermögenswerte beschlagnahmt und den Geschäftsführer in Untersuchungshaft genommen.

Vor allem Kleinanleger wurden geprellt

Betroffen von dem mutmaßlichen Betrugsskandal sind vor allem Kleinanleger, an die sich die Angebote von PIM Gold hauptsächlich gerichtet hätten, teilte Insolvenzverwalter Renald Metoja in einem öffentlichen Rundbrief seiner Kanzlei Eisner Rechtsanwälte mit. Der Goldhändler hatte Anlegern eine zusätzliche Rendite versprochen, wenn sie das vermeintlich gekaufte Gold bei ihm einlagerten, schreibt die FAZ. Angesichts dieses verlockenden Angebots ließen sich viele Kunden das Gold nicht aushändigen – und erkannten den mutmaßlichen Betrug nicht.

Das Insolvenzverfahren soll Anfang Dezember beginnen, dann können Geprellte ihre Forderungen stellen, kündigte Insolvenzverwalter Metoja an. Das Verfahren wird voraussichtlich Jahre dauern. Trost könnte der neueste Goldfund bei PIM Gold spenden: Die ermittelnden Staatsanwälte haben weitere Barren in einem Schmuckladen in Stuttgart sichergestellt. Damit lagern nun 500 Kilogramm Gold im Wert von 22 Millionen Euro bei der Staatsanwaltschaft, berichtet das Finanzportal Investmentcheck. „Gegenüber den vermutlich eingegangenen Lieferverpflichtungen von 3,38 Tonnen bleibt der Fehlbestand allerdings immens“, heißt es dort weiter. PIM-Gold-Kunden müssen also weiter bangen.

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