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NN IP: Alternative Credit - Stabilität für Matching-Portfolios

Die Zentralbanken der westlichen Industrieländer stellen die Weichen für eine Normalisierung ihrer Geldpolitik. Für Anleger ist eine Szenarioanalyse sinnvoll, um die Auswirkungen einzuschätzen. Die Leistungsfähigkeit von Portfolios dürfte sich jedoch mit Investments in weniger liquide Anlagen wie Alternative Credit erhöhen.

Bart Oldenkamp, Head of Integrated Client Solutions bei NN Investment Partners:

Nach unserer Einschätzung sind vor allem zwei Szenarien für die Entwicklung der Gesamtwirtschaft wahrscheinlich. Beide dürften steigende Zinsen bedeuten. Beim ersten Szenario durchbricht das Weltwirtschaftswachstum die Marke von 3,5 Prozent, die seit sechs Jahren die Obergrenze markiert. Beim zweiten Szenario setzt sich das Wachstum weiter innerhalb der bisherigen Spanne fort (mehr zu den beiden Szenarien hier).

Auch wenn Anleger überwiegend von steigenden Zinsen ausgehen, empfiehlt sich dennoch eine Szenario-Analyse. So lassen sich Anlagestrategien auch auf die Auswirkungen prüfen, die eine unerwartete wirtschaftliche Entwicklung hätte. Dabei müssen Investoren, die einen Liability Matching Ansatz verfolgen, mehrere Optionen berücksichtigen. In unserem Basisszenario, das ein anhaltendes Wirtschaftswachstum im bisherigen Rahmen erwartet, sollten Investoren nicht allein die Nominalzinsen, sondern auch die Inflation im Auge behalten. Die Inflationsrisiken lassen sich u. a. durch eine höhere Allokation in reale Vermögenswerte und inflationsgebundene Fixed-Income-Anlagen steuern. Investoren, die sich für eine moderate Wachstumsentwicklung mit Zinsen von 1 bis 2 Prozent über dem aktuellen Niveau wappnen wollen, könnten von einer Anpassung ihrer Absicherungsquoten profitieren.

Für langfristig orientierte Anleger sind weniger liquide festverzinsliche Anlageformen eine Option, die auch in unterschiedlichen Wirtschaftsszenarien die Portfolioeffizienz erhöhen würde. Diese Anlageklassen bieten im Vergleich zu ihren liquideren Pendants Renditeaufschläge. Das höhere Liquiditätsrisiko lässt sich unter Berücksichtigung der Verbindlichkeiten steuern.

Tatsächlich hat das Niedrigzinsumfeld eine Suche nach Rendite angestoßen, die z. B. Versicherer und andere institutionelle Investoren dazu veranlasst hat, auch andere Anlageklassen in ihren Matching-Portfolios in Betracht zu ziehen und zu nutzen, beispielsweise Privatkredite, Hypothekendarlehen und weitere Anlagen im Bereich Alternative Credit / Private Debt. Alternative-Credit-Anlagen mit einem konservativen Risikoprofil, wie Infrastrukturkredite, Unternehmenskredite und Export Credit Agency (ECA) Loans, eröffnen eine gute Matching-Alternative zu liquideren Fixed-Income-Anlagen.

Die zusätzliche Rendite sollte das höhere Liquiditätsrisiko überwiegen, das sich im Zuge der Steuerung der Bilanzliquidität in der Regel leicht kompensieren lässt. Zwar bedeutet eine Anlage in Alternative Credit ein zusätzliches Matching-Risiko hinsichtlich der kurzfristigen Volatilität im Verhältnis zu den Verbindlichkeiten. Aber auf längere Sicht sprechen viele Argumente für Alternative Credit, da Assets und Liabilities sich über längere Zeiträume zunehmend parallel entwickeln. Damit wächst auch die Wahrscheinlichkeit, dass Anleger von Zusatzrenditen in ihren Matching-Portfolios profitieren.

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