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Nordic by Nature

Investmentfonds, die ihr Glück im hohen Norden Europas machen, sind rar. Fonds die Small-Caps präferieren ebenfalls. Beides zu Unrecht, meint Dr. Johan Stein, Fondsmanager des Parvest Equity Nordic Small Caps.

FundResearch: Herr Dr. Stein, was ist das Alleinstellungsmerkmal Ihres Fonds?

Dr. Stein: Die Einzigartigkeit des nordeuropäischen Anlageuniversums besteht in seiner Vielfältigkeit. In Skandinavien finanzieren sich sehr viele - im europäischen Maßstab relativ kleine - Unternehmen über den Gang an die Börse. Für Stockpicker ein ideales Jagdgebiet, weil Sie eine Riesenauswahl haben.

FundResearch: Quantität impliziert allerdings nicht Qualität…

Dr. Stein: Natürlich nicht. Aber die Möglichkeit unter 1.000 Unternehmen ein Gutes zu finden, ist zehnmal höher, als unter 100 Unternehmen. Es gibt immer gute und schlechte Titel an der Börse, die Überrendite der einen, ist die Unterrendite der anderen.

FundResearch: Ist die Dichte an guten Titeln in Skandinavien höher als in Resteuropa?

Dr. Stein: Das würde ich so nicht behaupten, da sich meine Expertise auf den nordeuropäischen Raum konzentriert. Wir haben sehr viele hochqualitative Unternehmen bei uns im Portfolio. Unsere Aufgabe als aktive Manager ist es, die guten zu selektieren und die schlechten zu vermeiden. Das ist die Aufgabe jedes Fondsmanagers in jedem Markt.

FundResearch: Sie konzentrieren sich auf Small-Caps. Aus welchem Grund und welche Marktkapitalisierung limitiert ihre Auswahl.

Dr. Stein: Die größten Small-Caps bei uns im Portfolio haben eine Marktkapitalisierung von 4 Mrd. Euro…

FundResearch: …das ist nicht wirklich klein…

Dr. Stein: …nein, für ein Small-Cap gehen wir mit 4 Mrd. Euro an die Grenze. Die untere Grenze liegt bei ungefähr 30 Mio. Euro. Insgesamt halten wir in unserem Portfolio knapp 100 Titel, darunter sehr viele Micro-Caps, mit einer Marktkapitalisierung am unteren Ende der Range. Die hohe Anzahl an Titeln ergibt sich aus unserem Risiko-Ziel. Wenn Sie stark in Micro-Caps investiert sind, haben sie automatisch ein höheres Liquiditätsrisiko. Wir minimieren dieses Risiko, indem wir die Anzahl der Unternehmen erhöhen.

FundResearch: Warum ist eine Konzentration auf größere Small-Caps keine Lösung?

Dr. Stein: Weil die kleinen Unternehmen auf Bewertungsseite viel interessanter sind. Trotz der weniger starken Liquidität ist es daher lohnender, das Quantum der Titel zu erhöhen anstatt die Marktgröße voranzustellen.

FundResearch: Gibt es in Skandinavien ein Land, in dem der Fonds ein besonders starkes Exposure hat?

Dr. Stein: Nein, wir gehen nicht länder-  sondern sektororientiert vor. Aktuell sind wir leicht übergewichtet in Schweden, aber nur, weil wir dort gerade die besten Opportunitäten gefunden haben.

FundResearch: Können Sie ein Beispiel nennen?

Dr. Stein: Ein gutes Beispiel ist der Softwarehersteller 25. Das ist ein Nischenanbieter, der kleine Onlinespiele speziell für Frauen über 35 Jahre herstellt. Dieses Unternehmen hat seinen kleinen, wachsenden Markt in den USA, Asien und Europa und funktioniert nur in dieser Größe. Würden sie ihr Geschäftsmodell stark ausweiten, kämen sie in die Gefilde der großen Softwarehersteller aus den USA und Japan und hätten erheblich mehr Wettbewerb.

FundResearch: Stichwort Software: Ist digitales Business ein Anlageschwerpunkt?

Dr. Stein: Ja, wir beachten die Entwicklungen und legen Wert auf Zukunftsfähigkeit. Aber wir haben auch Unternehmen der etablierten Industrien im Portfolio.

FundResearch: Besuchen Sie die Unternehmen, in die Sie investiert sind, persönlich?

Dr. Stein: Ja, das gehört dazu.

FundResearch: Alle 100 Unternehmen?

Dr. Stein: Jedes einzelne, pro Jahr ungefähr 70. Ich bin viel unterwegs.


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