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Privatbanken: Die Margen schmelzen weiter

Die Erlösmargen der Privatbanken in Europa gingen in den vergangenen fünf Jahren von 82 auf 77 Basispunkte zurück. Im gleichen Zeitraum stiegen die Erlöse um vier Prozent während das durch die privaten Banken verwaltete Vermögen um sechs Prozent wuchs.

In ihrem jüngsten Report zu Privaten Banken in Europa identifiziert die Unternehmensberatung McKinsey gleich zwei Ursachen, die für den Rückgang der Margen in der Branche verantwortlich gemacht werden: zum einen ein generell ungünstiges Umfeld aus niedrigen Zinsen und wachsender Regulierung, zum anderen die wachsende Konzentration auf eine schwerreiche Klientel, die sogenannten Ultra High Net Worth Individuals (UHNW). Dadurch sei der Anteil der wohlhabenden Kunden der Privatbanken von 19 auf 16 Prozent gesunken, während die UHNW von 26 auf 30 Prozent zulegten. Insgesamt reduzierten sich die Erlösmargen der Privatbanken seit 2013 um rund acht Basispunkte.  

Allein zwei Basispunkte des Gewinnrückgangs beruhen dabei auf gesunkenen Provisionseinnahmen infolge der MiFID-Regularien; der Rest sei auf sinkende Gebühreneinnahmen und unsichere Marktbedingungen zurückzuführen.

Dass sich die Privatbanken in der jüngsten Vergangenheit vermehrt einer besonders reichen Klientel zuwenden, sorgt ebenfalls für sinkende Gewinnspannen: Diese ultra reichen Kunden, so McKinsey, zahlen einfach geringere Gebühren.

Auf der anderen Seite konnten die Privatbanken einiges vom entgangenen Gewinn wieder gutmachen: Durch eine Zunahme der aktiv gemanagten Assets von 40 auf 45 Prozent des gesamten verwalteten Vermögens stieg die Gewinnmarge um einen Basispunkt. Durch die Vergrößerung des Zinsspreads und die damit einhergehende Erhöhung der Kreditmargen konnte ein weiterer Basispunkt eingeholt werden. Und schließlich haben alternative Assets in den vergangenen Jahren besser als der Markt performt und entsprechend die Margen der Banken weiter steigen lassen.

Schrumpfende Gewinne – steigende Kosten

Während die Erlöse der Privatbanken über die vergangenen fünf Jahre mit rund vier Prozent pro Jahr wuchsen, folgten die Kosten auf den Fuß und stiegen um 3,5 Prozent p.a. Dabei gelang es vor allem den Offshore-Banken, den Kostenzuwachs auf rund zwei Prozent einzudämmen während die unabhängigen inländischen Privatbanken Steigerungen von durchschnittlich sechs Prozent verzeichnen mussten. Seit 2013, so McKinsey, gelang es immerhin einem Viertel der Banken, die Kosten tatsächlich zu reduzieren.

Kosten der Privatbanken steigen
Kosten der Privatbanken steigen

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