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Raus mit der Betriebsrente

Immer mehr Betriebe lagern die Kapitalanlage an externe Dienstleister aus, weil Bürokratie und Management zu aufwändig sind. Davon sollen die Anwärter wie auch die Unternehmen profitieren.

Die betriebliche Altersversorgung in der Bundesrepublik ist in den vergangenen Jahren immer komplexer geworden. Dazu hat auch das Anfang 2018 in Kraft getretene Betriebsrentenstärkungsgesetz, mit dem die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung in der Bevölkerung erhöht werden soll, sein Schärflein beigetragen.

Immer mehr Investoren lagern Aufgaben rund um den Kapitalanlageprozess an externe Dienstleister aus. Neben der Verwaltung der Rentenzusagen sorgt das Anlage­management bei den Akteuren für Kopfzerbrechen. Einerseits wächst die Zahl der Investmentmöglichkeiten, während andererseits mit den verfügbaren Anlageoptionen die Komplexität zunimmt – eine Tatsache, die vor Ländergrenzen nicht Halt macht und Anbietern, die den Pensionsplänen Arbeit abnehmen, in die Hände spielt. Immer mehr Investoren gehen dazu über, Aufgaben rund um den Kapitalanlageprozess an externe Dienstleister auszulagern.

Vor diesem Hintergrund hat das Beratungshaus Aon in diesem Jahr europäischen ­Pensionsplänen auf den Zahn gefühlt und sich nach deren Drang zur Auslagerung erkundigt. Zu Wort kommen dabei nicht nur Kunden, vielmehr hat Aon auch von außerhalb Stimmen eingeholt und Praktiker gefragt. 

Ein Ergebnis dieses ersten European Investment Management Survey lautet: Das Outsourcing von Teilen oder des gesamten Anlagemanagements für Betriebsrenten sorgt für spürbaren Mehrwert und entlastet Verantwortliche wirkungsvoll. An der Befragung haben 97 Verantwortliche aus 16 europäischen Ländern teilgenommen. Sie verwalten insgesamt 175 Milliarden Euro.

Die Teilnehmer wurden ­beispielsweise nach dem erzielten Finanzierungsgrad befragt. Im Zentrum der Umfrage standen weiterhin die Performance, die Risikokontrolle und auch der Service. 

Anlage extern, Strategie intern

Die Administration und das tägliche Anlagemanagement sind laut Aon die wesentlichen Felder, in denen nach Expertise und Entlastung durch externe Dienstleister gesucht wird. 76 Prozent der Antwortenden vertrauen bei der Administration darauf. Das tägliche Portfoliomanagement wiederum haben 64 Prozent ausgelagert. Tendenz steigend.

Im Gegensatz dazu bleibt die Festlegung der Anlagestrategie fast in allen Fällen im Haus: Hier nutzen bislang 17 Prozent der Befragten eine Outsourcing-Lösung. Um den wachsenden Herausforderungen in der Finanzierung von Betriebsrenten zu begegnen, sind zahlreiche Pensionspläne dazu übergegangen, keine neuen Mitglieder mehr aufzunehmen; Risiken aus der Kapitalanlage werden vermehrt auf die Anwärter übergewälzt, wie das auch beim Betriebsrentenstärkungsgesetz zu beobachten ist.

In der Aon-Umfrage gaben 62 Prozent an, weiterhin für neue Anwärter offen zu stehen. Regional herrschen jedoch große Unterschiede. Der Anteil in der Schweiz ist mit 78 Prozent am höchsten, während in Irland nur noch jeder Vierte Pensionsplan geöffnet ist. Befragt nach ­ihren Sorgen auf Sicht von zwölf bis 18 Monaten, erwähnten 28 Prozent die Zinsflaute, während zwölf Prozent mit der anziehenden Regulierung hadern. 


p.I./Tobias Bürger

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