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Sparkassen treiben Fusionspläne für Zentralinstitut voran

Die deutschen Sparkassen wollen ein gemeinsames Zentralinstitut für ihre Gruppe schaffen. Die Präsidenten der regionalen Sparkassenverbände und die Obleute der Sparkassenvorstände haben in einer Sitzung in Berlin grundsätzlich dafür gestimmt, die Idee eines Zentralinstituts weiter voranzutreiben, wie der Sparkassenverband DSGV am Dienstag mitteilte.

 In einem ersten Schritt solle Präsident Helmut Schleweis mit der Deka-Bank und der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) Gespräche "mit dem Ziel der Prüfung einer engeren Zusammenarbeit beider Institute aufnehmen". Zuvor hatte das "Handelsblatt" berichtet, Deka-Bank und Helaba sollten Fusionsgespräche aufnehmen.

Die Idee einer "Super-Landesbank" für die knapp 400 Sparkassen in Deutschland ist nicht neu. Die Idee kursiert schon seit Jahren, doch Fusionen unter Kreditinstituten sind komplex. Die anhaltenden Niedrigzinsen und die schärfere Regulierung erhöhen nun aber den Handlungsdruck. Ein Zentralinstitut würde die Kosten senken. Zudem ist die Zahl der Landesbanken nach Zusammenschlüssen sowie Zerschlagungen im Zuge der Finanzkrise ohnehin kräftig geschrumpft.

Der Sparkassenverband Hessen-Thüringen (SGVHT) teilte mit, aus seiner Sicht biete eine Verbindung zwischen der Helaba und der Deka-Bank "interessante Potenziale für die gesamte Sparkassen-Finanzgruppe". Allerdings gibt es aus Sicht des regionalen Verbandes keinen Zwang zu einer Konzentration: Die Helaba sei "gut aufgestellt, um auch in Zukunft auf stand-alone-Basis ihren Aufgaben stabil und erfolgreich nachkommen zu können".

Zuletzt hatte die Krise der durch faule Schiffskredite in Schieflage geratenen NordLB Gedankenspiele neu entfacht, eine zentrale Landesbank zu schmieden. Die Genossenschaftsbanken haben die Fusion ihrer beiden Spitzeninstitute WGZ Bank und DZ Bank für die Volks- und Raiffeisenbanken bereits vollzogen.

Schleweis hatte sich schon kurz nach seinem Amtsantritt am 1. Januar 2018 für eine Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Sektors ausgesprochen. "Ich glaube, dass für die Sparkassen in Deutschland ein Zentralinstitut ausreichend wäre", hatte er im Februar gesagt.

Die Deka mit Sitz in Frankfurt fungiert als Wertpapierdienstleister der Sparkassen und ist für Fonds und Zertifikate für Privatkunden bekannt. Die Helaba gehört zu den verblieben fünf deutschen Landesbankkonzernen neben NordLB, BayernLB, LBBW und SaarLB und unterstützt regionale Sparkassen bei großen Finanzgeschäften.


dpa-AFX

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