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Thyssen im Fokus, Aktienhändler "not amused", Alibaba bricht alle Rekorde

FR Weekly update: Die Nachrichten für die Bösenwoche von der FundResearch-Redaktion

Thyssen im Fokus

Nachdem die Aktie von Thyssenkrupp nach einer Gewinnwarnung am Freitag mehr als 12 % abgeben musste, fragen sich Investoren, wie es in dieser Woche weitergeht mit dem Mischkonzern. Das Geschäft mit Anlagen, Autoteilen und Aufzügen verläuft schleppend, noch dazu droht eine Kartellstrafe in der Stahlsparte.
Die Marktkapitalisierung der Aktie liegt nur noch knapp über 10 Milliarden Euro – und macht Thyssenkrupp damit zum potenziellen Übernahmekandidaten.
Interessenten haben es vor allem auf das lukrative Aufzugsgeschäft abgesehen.

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Der DAX eröffnet mit 11.466 Punkten fast unverändert. Volkswagen, HeidelbergerCement und Thyssenkrupp können leichte Gewinne verbuchen, während Lufthansa, Infineon und SAP teils kräftig abgeben.

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Aktienhändler not amused

Großbritannien ist nach wie vor noch Meilen entfernt von einer Brexit-Lösung. Es geht um die grüne Grenze auf der irischen Insel: Mit dem Austritt aus der Union wäre Nordirland plötzlich genauso EU-Ausland wie Weißrussland oder Moldawien, was die entsprechenden Kontrollen erforderlich macht. Auch die Menschenrechtssituation in Nordirland muss dann neu verhandelt werden – London ist nach dem Brexit nicht mehr an die europäischen Konventionen gebunden.

Die Aktienhändler sind über die knapp fünf Monate vor dem Brexit-Termin noch immer ungelösten Fragen “not amused” und preisen die Unsicherheit in die Aktien ein. Der Volatilitätsindex auf den FTSE 100 hat das höchste Niveau seit Juli erreicht.

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Alibaba bricht alle Rekorde

Am 11. November war der der höchste Feiertag im Kalender des chinesischen Einzelhandels. Am sogenannten “Singles Day” wurde geshoppt, was das Konto hergibt – und das war nicht wenig: Rund 30 Milliarden US$ hat der chinesische Internet-Retailer Alibaba gestern an einem einzigen Tag umgesetzt. Das entspricht einem Sechstel des Jahresumsatzes von Amazon. Oder dem 14fachen des Umsatzes von Karstadt im Jahr 2017.
Analysten monieren jedoch, dass das Umsatzwachstum von Alibaba am Singels Day langsam zurückgeht: Heuer wuchs der Absatz nur um 27 % gegenüber 2017.
Im Vorjahr lag das Plus noch bei 39 %.

Alibaba-Aktie
Alibaba-Aktie

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Shootout zwischen Rom und Brüssel

Am Dienstag entscheidet sich, wer die Macht hat über den italienischen Staatshaushalt: Innenminister und Frontmann Salvini mit seinem Finanzminister Giovanni Tria – oder die EU-Granden Draghi und Junckers. Es geht um einen neuen Haushaltsplan, den die Italiener bis dahin vorlegen sollen. Rom will die Ausgaben erhöhen, die Steuern senken und das Rentenalter verringern. Gleichzeitig verringert sich die Wachstumsprognose für 2019 auf ein Prozent. Dafür müssen Schulden in Höhe von 2,4 % des BIP aufgenommen werden – inakzeptabel für Brüssel. Die EU könnte Rom mit einer Strafe von 0,2 % des BIP bzw. 34 Milliarden Euro für die Überschreitung des Budgets belegen. Diese Strafe kann später sogar auf 0,7 % des BIP steigen. Am Kapitalmarkt muss Italien aktuell 3,4 % Rendite auf die 10jährige Staatsanleihe zahlen.

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Saudis wollen Ölproduktion zurückfahren

Der saudische Ölminister Khalid al-Falih ist der Meinung, die Menge des weltweit produzierten Öls ist derzeit zu hoch und sollte deshalb um rund eine Million Barrel pro Tag zurückgefahren werden. Im vergangenen Jahr lag die Produktion bei 92,6 Millionen Barrel pro Tag. Al-Falih glaubt, die globale Nachfrage werde im Dezember um eine halbe Millionen Barrel sinken.

Es ist absehbar, dass Saudi Arabien mit dieser Politik mit den USA in Konflikt geraten wird; Präsident Trump ist an einem nachhaltig niedrigen Ölpreis interessiert, um die Boomphase der US-Wirtschaft möglichst lange am Leben zu halten.

Am Montag steigt der Preis für das Barrel WTI leicht auf 61 US$, hat aber gegenüber seinem diesjährigen Höchststand vom 3. Oktober trotzdem mehr als zwanzig Prozent abgegeben.

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