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Tipps für Berater: Argumente für die Altersvorsorge

Nur jeder zweite Deutsche sorgt finanziell fürs Alter vor. Das ist ein erschreckend niedriger Wert. Und er bedeutet gleichzeitig: Jeder zweite Deutsche hat sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Vielleicht helfen ein paar gute Argumente.

Finanzielle Altersvorsorge ist in aller Munde, sollte man meinen. Doch eine aktuelle Studie des Zinsportals WeltSparen zeigt: Mehr als die Hälfte der befragten Deutschen sorgt finanziell nicht fürs Alter vor. Auffallend ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Nur 37 Prozent der Studienteilnehmerinnen und 43 Prozent der Studienteilnehmer kümmern sich um eine zusätzliche Altersvorsorge. Angesichts einer drohenden Rentenlücke im Alter ist diese Entwicklung besorgniserregend.

Nachvollziehbare Gründe fürs Nichtsparen

Doch warum sparen Menschen nicht fürs Alter? Diese Frage werden sich Finanzberater vermutlich häufiger stellen. Die WeltSparen-Studie bringt ein wenig Licht ins Dunkel. Demnach führen die Befragten zum Teil sehr gut nachvollziehbare Gründe an. Frauen zum Beispiel haben oft geringere Einkommen und Fehlzeiten durch Kindererziehung. So gab die Hälfte der weiblichen Befragten an, dass ihnen schlichtweg die finanziellen Mittel fehlen, um in zusätzliche Altersvorsorge zu investieren.

Tipp für Berater: Mit Hilfe eines Sparplanrechners, etwa auf der Website des BVI, lässt sich sehr einfach zeigen, wie sich auch mit kleinem Geld über die Jahre sehr leicht Vermögen aufbauen lässt. Beispiel: Eine Sparrate von monatlich 100 Euro – ein Summe, die weit unterhalb dessen liegt, was ein durchschnittlicher Raucher pro Monat für Zigaretten ausgibt – führt innerhalb von fünfzehn Jahren bei einem konservativ gerechneten durchschnittlichen Wertzuwachs von fünf Prozent per annum zu einem kleinen Vermögen von 26.596 Euro. Voraussetzung dafür ist die regelmäßige Investition in Fonds ohne Ausgabeaufschlag.

Emotionale Gründe fürs Nichtsparen, der Tod als Option

Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung beim Thema Altersvorsorge ist laut Studie fehlendes Vertrauen. Dabei sind Männer viel kritischer als Frauen: 13 Prozent der befragten Männer trauen Angeboten zur privaten Altersvorsorge nicht, dagegen sind es nur zehn Prozent bei den Frauen. Die Studie des CFA Institute zum Thema Vertrauen „Why Trust Matters“ zeigt zudem: Jüngere Investoren vertrauen ihren Beratern mehr als ältere. Das wirft die Frage auf, ob Vertrauen mit der Zeit generell abnimmt. Die CFA-Studie kommt jedoch zu dem Schluss, dass der Schlüssel für mehr Vertrauen darin liegt, dass jüngere Menschen heute besser über Finanzprodukte und Finanzthemen informiert sind als ältere. Es geht also um gleiche Augenhöhe im Gespräch. Das belegt auch ein weiteres Ergebnis der CFA-Studie: Das Misstrauen bei Privatanlegern ist deutlich höher als bei institutionellen Investoren.

Tipp für Berater: Transparenz schafft Vertrauen. Wer in einer Pizzeria einem Pizzabäcker, der seine Pizza belegt und in den Ofen schiebt, schon einmal bei der Arbeit zugesehen hat, weiß, was damit gemeint ist. Anlegerberater können ebenfalls ihre Zutaten offenlegen: Kosten, Gebühren, die Offenlegung von Interessenkonflikten ist Anlegern wichtig. Zwar sind Berater schon per Gesetz dazu angehalten, doch wer hier ohne Aufforderung durch die Kunden oder den Hinweis auf die Gesetze offen eine transparente Atmosphäre aufbaut, schafft Vertrauen für die Beratung.

Es gibt einen weiteren skurrilen Grund fürs Nichtvorsorgen: Sieben Prozent der Teilnehmer der WeltSparen-Studie geben als Beweggrund für fehlende private Altersvorsorge an, dass sie nicht daran glauben, das Rentenalter zu erreichen. In der Altersgruppe der Menschen zwischen 18 und 44 Jahren gehen erstaunlicherweise 12 bis 13 Prozent der Befragten davon aus, dass der eigene natürliche Tod die Rentenlücke schließt. Und damit eine zusätzliche Altersvorsorge obsolet ist.

Tipp für Berater: Wie unrealistisch diese Erwartung ist, zeigt ein kurzer Blick in die Statistik der Weltgesundheitsorganisation WHO vom November 2018: Deutsche Frauen erreichen demnach im Durchschnitt ein Alter von 83,1 Jahren. Männer werden im Durchschnitt 78,2 Jahre alt.

Die Top 5-Produkte für die Altersvorsorge

Doch wie sieht die zusätzliche Altersvorsorge in Deutschland derzeit aus? Männer und Frauen setzen bei der Altersvorsorge erstaunlicherweise unterschiedliche Schwerpunkte, wenn es um die Wahl der passenden Finanzprodukte geht.

Laut Studie zählen zu den Top 5 bei den Frauen vor allem die Riester-Rente (40 Prozent), gefolgt von der betrieblichen Altersvorsorge (35 Prozent) sowie dem Investment in eine Immobilie, die selbst bewohnt wird (21 Prozent). Ergänzend dazu investieren 20 Prozent der befragten Frauen in Wertpapiere wie Aktien, Anleihen und Fonds und 16 Prozent in Tagesgeld und Festgeld. Somit belegen bei den befragten Frauen die subventionierten Altersvorsorgearten Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge die ersten beiden Plätze.

Männer, die privat vorsorgen, bevorzugen laut Studie dagegen vor allem die betriebliche Altersvorsorge (38 Prozent). Wertpapiere wie beispielsweise ETF stehen bei 36 Prozent der befragten Männer als Instrument zur Altersvorsorge hoch im Kurs und somit an zweiter Stelle. Die subventionierte Riester-Rente (34 Prozent) belegt nur den dritten Platz. Die eigene Immobilie sehen 25 Prozent der Männer als passendes Instrument an, um finanziell fürs Alter vorzusorgen. Mit Tagesgeld und Festgeld sparen 23 Prozent der Männer für die Zeit im Ruhestand – ein geradezu erschreckend hoher Wert, der auf viel Unwissenheit rund um die Geldanlage schließen lässt.

Tipp für Berater: Ein Blick in die Statistiken zeigt, wie unterschiedlich sich verschiedene Anlageformen entwickeln – auch im Hinblick auf das Thema Risiko. Wobei es wichtig ist, darauf hinzuweisen, dass Risiko oft mit Volatilität gleichgesetzt wird. Das ist ein weit verbreiteter Fehler. Zahlreiche Studien zeigen: Langfristig rentieren sich Aktien nicht nur besser als verzinsliche Anlagen, sondern bieten auch die größere Sicherheit. Deshalb sind Aktien-, Fonds- oder ETF-Sparpläne nicht nur unter Renditegesichtspunkten für langfristig orientierte Anleger am sinnvollsten.

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