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Vermögensverwalter GAM steht offenbar zum Verkauf

Der Vermögensverwalter GAM führt angeblich informelle Gespräche mit potenziellen Käufern. Einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge sollen Teile oder sogar das ganze Unternehmen verkauft werden.

Die Gerüchteküche um den schweizerischen Vermögensverwalter GAM brodelt, nach dem die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch berichtete, GAM führe informelle Gespräche mit potenziellen Käufern zur Übernahme des gesamten Unternehmens oder von Teilen. Das Übernahmegerücht befeuerte prompt den Aktienkurs des Unternehmens. Die GAM-Aktie, die sich seit Monaten auf Talfahrt befindet und seit April rund die Hälfte ihres Wertes verloren hatte, stieg am Mittwoch nach Bekanntwerden der Meldung um mehr als zehn Prozent.

Verkauf in Teilen: Ist das noch gut oder kann das weg?

Mittlerweile hat sich die Stimmung an der Börse etwas beruhigt. Marktteilnehmer verfolgen nun gespannt die weitere Entwicklung. So ist offensichtlich noch nicht entschieden, ob die Firma komplett verkauft werden soll. Die Gespräche befänden sich noch in einem frühen Stadium. Derzeit suche GAM eher nach Möglichkeiten zur Stabilisierung des Unternehmens. Es werde deshalb bislang nur über den Verkauf von Unternehmensteilen verhandelt, erklären Insider, die darum baten, namentlich nicht genannt zu werden. Interessenten für die zum Verkauf stehenden Unternehmensteile könnten französische und italienische Asset Manager sowie diverse Vermögensverwaltungssparten von Banken sein, heißt es. GAM selbst äußert sich nicht zu den Spekulationen.

Hintergrund: Der Fall Haywood

Der Grund für die Schieflage des Vermögensverwalters ist die überraschende Suspendierung des Investmentmanagers Tim Haywood. GAM war Hinweisen eines Whistleblowers nachgegangen, ordnete eine Untersuchung an und förderte dabei Unregelmäßigkeiten im Risikomanagement zu Tage. Haywood war damit betraut, sogenannte ARBF-Fonds ("Absolute-Return-Bond-Strategie mit uneingeschränktem Anlageansatz") zu managen. Nach seiner Suspendierung wurden die Fonds vom Handel ausgesetzt und später liquidiert. Anleger waren von diesen Maßnahmen und der schlechten Kommunikation des Unternehmens so verunsichert, dass sie in großem Umfang Mittel aus GAM-Fonds und auch aus der GAM-Aktie abzogen.

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