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Vermögensverwalter halten trotz Turbulenzen an Aktien fest

Die Vorzeichen für den Aktienmarkt könnten besser sein. Das nachlassende Wirtschaftswachstum und politische Querelen bereiten Anlegern Sorgen. Alles halb so schlimm, sagen Vermögensverwalter.

Die Konjunktur schwächelt, ein No-Deal-Brexit droht, und der Handelsstreit zwischen den Wirtschaftsmächten USA und China findet kein Ende – die Aussichten für Aktienanleger sind nicht besonders rosig. Vermögensverwalter bleiben dennoch gelassen. Trotz aller Probleme wie schwacher Wachstumsraten und schwindsüchtiger Unternehmensgewinne plus externer Risiken sei die erste Jahreshälfte für Aktienanleger sehr positiv verlaufen, findet zum Beispiel Paul Quinsee, Geschäftsführer bei J.P. Morgan Asset Management (JPM). Er sieht darum keinen Grund für Anleger, sich aus dem Aktiengeschäft zurückzuziehen. Der JPM-Geschäftsführer beobachtet allerdings, dass viele Investoren auf defensive Aktien umschwenken, um möglichen Folgen des Handelskonflikts zu entgehen.

Unabhängig vom Streit zwischen den USA und China sieht auch John Vail, Chefanlagestratege bei Nikko Asset Management, auf globaler Ebene nach wie vor Chancen für Aktienanleger. "Die Aktienbewertungen in Japan sind sehr niedrig, in Europa und den USA sind sie nicht extrem hoch, vor allem wenn man davon ausgeht, dass die Gewinne im nächsten Jahr weiter steigen werden", sagt Vail.

Erste Anzeichen einer Rezession?

US-Präsident Donald Trump hat mehrfach die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) unter Druck gesetzt. Seine Hoffnung: Eine Leitzinssenkung soll die Folgen des Handelskonflikts für die US-amerikanische Wirtschaft abschwächen. Die Fed hat den Leitzins unlängst tatsächlich gesenkt – um 25 Basispunkte. Sie verfolgt nun genauso wie die Europäische Zentralbank (EZB) einen lockeren Kurs. Einige Anleger sehen in den Entscheidungen der Zentralbanken und angesichts der aktuellen Marktlage erste Anzeichen einer Rezession. Dem widerspricht Yves Ceelen, die bei DegroofPetercam das Asset Management leitet: "Obwohl sich die Märkte in einem Spannungsfeld zwischen zyklischem Abschwung und lockerer Geldpolitik der Zentralbanken befinden, halten wir eine zu negative Einstellung für unangebracht."

Ein weiteres Risiko für Aktienanleger bleibt der ausstehende Brexit. Am 31. Oktober soll Großbritannien die Europäische Union endgültig verlassen, wenn es nach Premierminister Boris Johnson geht – mit oder ohne Deal. Für Mark Phelps, Chefanlagestratege bei Alliance Bernstein, ist das für Aktienanleger kein Grund zur Sorge: "Einen großen Teil des No-Deals-Szenarios hat der Markt allmählich eingepreist." Komme es tatsächlich zu einem harten Brexit ohne Austrittsabkommen, dann böten sich vielmehr Chancen für einen günstigen Einstieg in den britischen Aktienmarkt, sagt Phelps.

Notenbanken hamstern Gold

Angesichts der wechselhaften Stimmung am Aktienmarkt ist schlichtweg Absicherung gefragt. Beispiel Gold: Getrieben durch die Unsicherheit vieler Anleger ist der Goldpreis derzeit so hoch wie seit sechs Jahren nicht mehr. Aneeka Gupta, stellvertretende Direktorin beim Vermögensverwalter WisdomTree, sieht auch bei den Notenbanken großes Interesse: Die Netto-Notenbankkäufe beliefen sich im ersten Halbjahr 2019 auf 374,1 Tonnen. "Das sind 57 Prozent mehr als im Vorjahr", sagt Gupta. Der Goldrausch der Notenbanken zeige, wie wichtig es sei, die eigenen Reserven unabhängiger vom US-Dollar abzusichern. "Gold steht in umgekehrter Relation zum US-Dollar", sagt die Wisdom-Tree-Direktorin. Durch die Fed-Zinssenkung dürfte der Wert des US-Dollars sinken und der Goldpreis somit steigen. Diese Entwicklung, sagt Gupta, sollten Anleger nicht unterschätzen.

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