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Warum Small Caps langfristig attraktiv sind

In seinem Vortrag auf der Investment-Konferenz von FondsConsult am Fuschlsee erläuterte Nabil Barre von AXA IM die Vorzüge von Nebenwerten – und warum sie sich hervorragend eignen, um einen Themenfonds zusammenzustellen.

Barre ist Senior Equity Investment Specialist bei beim Asset Manager AXA Investment Managers. Für seinen Vortrag hat der Fondsmanager internationale Small Caps mit Large und Mid Caps hinsichtlich ihrer Performance über 20 Jahre verglichen. Dabei zeigt sich, dass die Nebenwerte mit einer Wertentwicklung von über 280 Prozent die größeren Dividendentitel bei weitem übertroffen haben: Die konnten nämlich nur etwas mehr als 130 Prozent hinzugewinnen. Andererseits weisen Nebenwerte wie zum Beispiel die Aktien aus dem S&P Global Small Cap Index fast identische Volatilitäten auf wie große und mittlere Dividendentitel. Sie sind also trotz höherer Kursdynamik nicht schwankungsanfälliger als Large Caps.

Warum Small Caps langfristigattraktiv sind
Warum Small Caps langfristigattraktiv sind

„Small Caps haben oft eigene Wachstumsmuster“, erklärt Investment-Spezialist Barre. Während bei Large Caps rund 80 Prozent der Kursentwicklung von Makrofaktoren abhänge, seien es bei Small Caps nur 40 Prozent. Und: Small Caps profitieren laut Barre stärker von Fusionen und Übernahmen. Seit 2014 ist eine starke Zunahme der Fusionen zu beobachten, von 2013 auf 2015 hat sich das Volumen der Firmenübernahmen auf rund fünf Billionen US$ fast verdoppelt. Dabei liegt die Anzahl der Transaktionen mit Marktkapitalisierungen von 500 Millionen bis eine Milliarde US$ bei über 3.800 und von einer Milliarde bis zehn Milliarden US$ bei fast 3.700. Demgegenüber liegt die Zahl der Firmenübernahmen mit Volumina von fünf Milliarden US$ und mehr gerade mal bei etwas über 800.

Kleinere Unternehmen profitieren stärker von Fusionen
Kleinere Unternehmen profitieren stärker von Fusionen
Kleinere Unternehmen profitieren stärker von Fusionen

Allerdings werden Small Caps an der Börse mit einem Premium gehandelt. In den vergangenen zehn Jahren oszilliert dieses Premium um zehn Prozent.

Von weltweiten Veränderungen profitieren

Von den technischen Aspekten abgesehen können Small Caps am stärksten von weltweiten Veränderungen profitieren, erklärt Barre, weil sie Innovation als Teil der eigenen DNA begreifen: Sie sind geschickter und anpassungsfähiger als schwerfällige Großkonzerne, oftmals handelt es sich sogar um reine Wachstumswerte. Um den Innovationsdruck zu verdeutlichen, unter dem alle Unternehmen aktuell stehen, zitiert er John Chambers, den ehemaligen CEO von Cisco Systems:

„Wenn Sie sich nicht neu erfinden, ändern Sie wenigstens Ihre Organisationsstruktur. Wenn Sie das Innovationstempo ignorieren, werden Sie vom Markt verdrängt.“

Für die AXA IM Small Cap-Aktienfonds hat Barre fünf Investmentthemen identifiziert, die im Themenfeld “Evolving Economy” einen Kreislauf bilden. Als erstes nennt er das Thema “Alterung und Lifestyle”, bei dem Unternehmen von steigenden Konsumausgaben der älteren Generation, vom Trend zu Wellness und Gesundheitsprävention und von Healthtech profitieren. So wird der Anteil der über 60-Jährigen bis 2050 auf 21 Prozent der Bevölkerung steigen. Diese Menschen sind sehr wohlhabend: Im Jahr 2020 werden sie weltweit über circa 15 Billionen US$ Kaufkraft verfügen – und zwei Drittel davon in andere Güter und Dienstleistungen als in Gesundheit investieren.

Das Thema “Vernetzte Verbraucher” setzt auf Unternehmen, die in den Bereichen E-Commerce, FinTech, KI und Cloud Services tätig sind. Denn der Onlinehandel gewinnt gegenüber dem traditionellen Offline-Handel weiter Marktanteile. Und China und Indien sind die beiden Länder mit den meisten Internetnutzern weltweit – mit wachsenden Zahlen. Das eröffnet Diensten in diesem Bereich große Wachstumsmöglichkeiten.

Im Bereich “Automatisierung” wiederum setzt Barre mit seinen Fonds auf Energieeffizienz, das Internet der Dinge und Automation: Roboter werden immer billiger, der technische Fortschritt öffnet neues Wachstum in Bereichen wie autonomes Fahren, robotergestützte Chirurgie, Patientenüberwachung, Lebensmittelherstellung, elektronische Produktion und auch in der Landwirtschaft.

Bei “Saubere Technik” geht es um nachhaltige Ressourcen, Smart Grid und Saubere Energie. Der politische, wirtschaftliche und technologische Wandel, so Nabil Barre, sorgt für strukturelle Veränderungen in den Bereichen Elektrizität, Versorger und Rohstoffe. Sozialer Druck, demografischer Wandel und internationale Verträge (wie das Pariser Klimaabkommen) bringen die Politik dazu, Umweltbewusstsein und eine verantwortliche, effiziente Konsumgüterproduktion zu fördern.

Mit dem Thema „Gesellschaften im Wandel“ schließlich investieren die Small Cap-Fonds von AXA IM in Urbanisierung, die Versorgung von Grundbedürfnissen und soziale Mobilität. Im nächsten Jahrzehnt wird es nach Ansicht von Nabil Barre zu großen Vermögensverschiebungen kommen, da drei Milliarden Menschen von der Armut in die Mittelschicht aufsteigen. Die damit einhergehende Urbanisierung erfordert neue Infrastruktur, der Wandel des Lebensstils sorgt für neue Chancen.

Themenfonds sind keine klare Wissenschaft
Themenfonds sind keine klare Wissenschaft

„Investitionen mit klarem Themenfokus sind keine exakte Wissenschaft“, stellt Investment-Experte Barre klar. Für die AXA IM Small Cap-Fonds sucht er Aktien mit „hohem und mittleren Themenbezug“; bei diesen Unternehmen hat das Thema meist über 70 Prozent Umsatzanteil.

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