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Wie sich Performance (doch) vorhersagen lässt

Gibt es Parameter, anhand derer sich die zukünftige Performance eines Fonds zur Benchmark ablesen lässt? Eine neue Studie aus London deutet darauf hin.

Welcher Anleger ist nicht schon auf die Zeile gestoßen: “Die in der Vergangenheit erzielten Renditen lassen keinen Rückschluss zu auf die zukünftige Wertentwicklung …”? Ähnlich wie auf dem Beipackzettel von Arzneimitteln müssen Emittenten von Wertpapieren auf mögliche Risiken ihrer Produkte hinweisen. Und die bestehen hauptsächlich im Verlust des eingesetzten Kapitals bzw. in geringerer Performance. Ein Umstand, den Investoren gerne vermeiden möchten.

 

Aber ist es wirklich so, dass aus der Wertentwicklung der Vergangenheit kein Rückschluss auf die Zukunft eines Anlage-Produkts gezogen werden kann? Eine Untersuchung von Professor Andrew Clare von der Cass Business School in London deutet darauf hin, dass es sehr wohl Indikatoren gibt, an denen sich der zukünftige Erfolg von aktiven Fondsmanagern vorhersagen lässt. Clare hat drei Faktoren identifiziert, an denen er mit hoher Wahrscheinlichkeit die Performance von aktiv gemanagten Fonds vorhersagen will.

In der Studie hat Clare rund 2.200 noch existierende und vom Markt genommene Investmentfonds über den Zeitraum zwischen den Jahren 2000 und 2017 untersucht. Dabei ist er zu dem Ergebnis gekommen, dass Fondsmanager, die in einem gegebenen Jahr eine hohe Information Ratio (IR) aufweisen, höchstwahrscheinlich auch im folgenden Jahr eine hohe Performance im Vergleich zur Benchmark abliefern. In die IR wird der Tracking Error eingerechnet – und nicht die Standardabweichung der Rendite wie bei der Sharpe Ratio. Ein hoher Tracking Error ist laut Clare jedoch als  Zeichen für schlechtes Risikomanagement zu werten – wenn die Erträge niedrig sind – bzw. für hohe Kompetenz des Managers, wenn die Erträge hoch sind.

Clares Untersuchung mit dem Titel “An examination of ex-ante fund performance: Identifying Indicators of Future Performance” zeigt auch, dass aktive gemanagte Investmentfonds, die in einem Jahr hohe Mittelzuflüsse verzeichnen, im folgenden Jahr höchstwahrscheinlich niedrige Renditen in Bezug auf die Benchmark erwirtschaften. Clare führt das darauf zurück, dass Mittelzu- und -abflüsse das Management von seinen eigentlichen Investment-Aufgaben ablenken. Auch ein hoher  Wertpapierumsatz kann ein Zeichen für eine schlechtere Performance im kommenden Jahr sein.

“Den richtigen Fondsmanager zu finden ist angesichts des großen Angebots für jeden Anleger eine Herausforderung”, meint Clare. Es sei allerdings genauso wichtig zu wissen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, den Manager zu wechseln. Seine Untersuchung zeige, dass Anleger vermeiden sollten, in Fonds zu investieren, die eine niedrige Information Ratio besitzen, bei denen die Mittelzuflüsse außergewöhnlich hoch sind oder die einen hohen Umsatz an Wertpapieren aufweisen.

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