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„Wir nutzen unsere hohe Flexibilität“

Der Multi-Asset-Fonds AXA WF Global Optimal Income Fund lässt Anleger an den Chancen der Aktienmärkte in möglichst großem Umfang teilhaben, versucht aber gleichzeitig, Verluste zu begrenzen. Im März feierte die Strategie ein Jubiläum – ihr fünfjähriges Bestehen.

Serge Pizem ist von Anfang an dabei. Schon bei der Auflegung des AXA WF Global Optimal In-come Fund war der 53-jährige Franko-Kanadier an Bord. Er begleitete den Fonds erfolgreich durch die ersten Jahre. Im März dieses Jahres wurde das Anlageprodukt nun fünf Jahre alt. 

Der Total-Return-Fonds mit Multi-Asset- Ansatz ist der chancenreichste Fonds der Optimal-Income-Reihe von AXA Investment Managers. Pizem, Fondsmanager und gleichzeitig Global Head of Multi-Asset, versucht, eine Mischung aus stabilen Erträgen und Kapitalwachstum zu erzielen. Verlustrisiken will er dabei begrenzen. Über einen Zeitraum von fünf Jahren strebt er vier bis acht Prozent Ertrag pro Jahr an, bei einem Volatilitätsziel von acht bis zwölf Prozent. Anleger, die von Anfang an dabei waren, konnten sich zum fünften Fonds-Geburtstag über ein Plus von rund 54 Prozent freuen (I-Tranche in Euro).

Variable Aktienquote und Duration 

Um seine Ziele zu erreichen, investiert Pizem vornehmlich in Aktien und Anleihen. Er hat bei der Allokation des Fondsvermögens eine hohe Flexibilität. So kann er die Aktienquote von null bis 100 Prozent variieren. Gleiches gilt für den Anteil von Cash und Anleihen. Davon dürfen Emerging-Markets-Anleihen einen Anteil von maximal 20 Prozent einnehmen, Hochzinsanleihen und strukturierte Kreditprodukte von je zehn Prozent. Die Duration im Anleiheportfolio kann Pizem von acht Jahren bis auf minus zwei Jahre senken.

„In den vergangenen fünf Jahren haben wir unterschiedliche Marktphasen erlebt. Eine der wichtigsten Lektionen, die wir gelernt haben, besteht darin, unsere Flexibilität voll zu nutzen“, sagt Pizem. Von der Null- und 100-Prozent- Marke hat sich der Fondsmanager allerdings bislang fern gehalten. Im Frühjahr 2015 hatte er die Aktienquote auf das bisherige Hoch von rund 80 Prozent angehoben — weil er und sein Team damals überzeugt waren, dass die Märkte die Ängste um den Ölpreis übertrieben hatten. Im Sommer 2016 senkte Pizem dann aufgrund der Unsicherheit über die  Brexit-Entscheidung die Aktienquote auf ihr bisheriges Tief von 35 Prozent. Bei seinen Investments folgt Pizem starken Überzeugungen. Eine sorgfältige Top-down-Analyse hält der Fondsmanager für entscheidend bei der mittelfristigen Portfoliopositionierung. Aber nicht nur bei der Allokation der Assetklassen und ihren Untersegmenten setzt er auf eine starke Meinung, sondern auch bei der Einzeltitelauswahl. Hierbei hat er die seiner Ansicht nach bestimmenden Themen der nächsten drei bis fünf Jahre im Blick. Vor allem das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz und Robotik beschäftigen ihn zurzeit. Bei der Aktienauswahl arbeitet er eng mit Einzelwertexperten der AXA-Gruppe zusammen. An einer Benchmark muss er sich nicht orientieren. 

Maßnahmen zur Verlustbegrenzung 

„Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass bei der Portfoliokonstruktion die Korrelationen der Assetklassen ein wichtiger Faktor sind“, so Pizem. Die Veränderungen hier seien daher genau zu beobachten. Vor allem in Krisenphasen drohten steigende Korrelationen. Verlustbegrenzung sei eines seiner wichtigsten Anlageziele. Drei Maßnahmen sollen dabei helfen. 

Erstens muss das Portfolio gut diversifiziert sein. Da dies in Krisenphasen oft nicht ausreicht, reagiert der Fondsmanager, zweitens, auch taktisch. Er versucht für wichtige anstehende Ereignisse abzuschätzen, wie sehr sie die Kapitalmärkte beunruhigen könnten und positioniert sich entsprechend. Drittens nutzt er in volatilen Marktphasen liquide Absicherungsstrategien, um das Portfolio vor plötzlichen extremen Markteinbrüchen zu schützen. 

Marktausblick

Aktuell blickt Pizem zuversichtlich auf die kommenden Monate: „Die Fundamentaldaten sind robust, die Weltwirtschaft wächst weiter synchron.“ Auch eine drohende Kursänderung in der Geldpolitik kann seinen Optimismus nicht trüben. Er setzt weiterhin auf Risiko-Assets. Positive Gewinnrevisionen gepaart mit den Kursrücksetzern im Februar lieferten seiner Ansicht nach ein Kaufumfeld für Aktien. 

Die Aktienquote im Portfolio liegt bei rund 60 Prozent. Mehr als die Hälfte davon ist in europäischen Titeln investiert, die Pizem derzeit besser gefallen als etwa amerikanische Aktien. So überzeugen ihn Banken aus dem europäischen Währungsbereich. Dazu Engagements in Japan und einigen Emerging Markets. Größere Aktienpositionen gibt es mit UniCredit (Bank) und Millicom Cellular (Telekom). Der Informatiksektor macht im Aktienbereich rund 28 Prozent aus. Danach folgen Industrietitel, Finanzdienstleister, Konsumgüter sowie der Gesundheits- und Telekombereich. 

„Seit Anfang 2018 sind die Märkte wieder volatiler, aber das ist kein neues Phänomen“, sagt Pizem. So sei das Marktumfeld auch 2015/16 schwierig gewesen. „In diesem Jahr dürften das Weltwirtschaftswachstum und die durch Quantitative Easing geschaffene Liquidität ihre Höhepunkte überschreiten. Mit dem AXA WF Global Optimal Income wollen wir stabiles Wachstum erzielen, indem wir an Aufschwüngen partizipieren und Verluste in Abschwüngen abfedern.“

Vorsicht beim US-Dollar

Der Anleiheanteil liegt bei 30 Prozent des Fondsvermögens: „Auch wenn sich die Inflationserwartungen normalisiert haben, bevorzugen wir inflationsindexierte Anleihen gegenüber klassischen Staatsanleihen“, so Pizem. Außerdem hat er Unternehmensanleihen aus dem Investment-Grade- und High-Yield- Bereich und einen kleinen Anteil Emerging-Markets-Anleihen im Portfolio. 

Bei US-Treasuries ist Pizem momentan eher vorsichtig. Die größten Bondpositionen sind gegenwärtig zwei spanische Staatsanleihen. Währungsseitig sind 99,5 Prozent des Portfolios in Euro investiert. Im US-Dollar ist Pizem leicht short. Eine kleinere Position (stammt aus Aktienengagements in Japan) hält der Fondsmanager in Yen. Und natürlich: „Die politischen Risiken schauen wir uns aktuell schon sehr genau an!“ 


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