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Wochenausblick: Italien und Trump dürften Anleger in Atem halten

Am deutschen Aktienmarkt könnten politische Risiken den Anlegern auch in der neuen Woche die Laune verderben.

 

Während die Berichtssaison der Unternehmen ihren Höhepunkt mittlerweile überschritten hat, drohen neue Winkelzüge im internationalen Handelsstreit. In Europa haben das Dauerthema Brexit und die politischen Spannungen in Italien das Zeug, die Märkte durchzuschütteln.

In Italien ist die Populisten-Allianz aus rechter Lega und Fünf-Sterne-Bewegung nach nur 14 Monaten an der Macht wohl gescheitert. Nun sind Neuwahlen wahrscheinlich, was für Unruhe an den Börsen sorgt. Und mit der Wahl von Boris Johnson zum britischen Premierminister ist die Wahrscheinlichkeit für einen Brexit ohne Abkommen am 31. Oktober gestiegen. Auch dies erhöht die Unsicherheit an den Märkten.

"Uns steht ein heißer Börsenherbst bevor", sagte Robert Greil, der Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers. Gemeinsam mit zunehmenden Rezessionssorgen gebe es aktuell genügend Zündstoff für weitere Pulsattacken an den Börsen - und damit erhöhte Schwankungen und stärkere Ausschläge.

Darüber hinaus bleibe der "Währungskrieg" auf der Agenda, ergänzte Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba. Schließlich hatte die chinesische Währung zu Beginn der Woche deutlich abgewertet. US-Präsident Donald Trump betrachtet dies als weiteren Affront. Marktbeobachter fürchten, China setze seine Währung als "Waffe" im Handelskonflikt ein, um die Exporte anzukurbeln.

Insgesamt währte der Eindruck einer Entspannung an den Finanzmärkten nur kurz, fuhr Windt fort. Die negativen Effekte des Handelskonflikts zeigten sich immer deutlicher nicht nur in China und in Deutschland, sondern auch in den USA. In diesem Umfeld suchten Anleger verstärkt nach Sicherheit und investierten statt in Aktien in US-Staatsanleihen oder auch in Gold.

Weniger pessimistisch äußerten sich die Autoren des Börsenbriefs "AB-Daily" von Bernecker: "Der Leitbulle für alle bleibt der Dow Jones Industrial" . Der US-Leitindex habe den Kursrutsch vom 5. August bereits eindrucksvoll überwunden und so eine deutliche Erholung signalisiert. Der breit gestreute S&P 500 sowie der deutsche Leitindex Dax hätten sich ähnlich entwickelt und alle drei hätten auch den charttechnisch kritischen Test der 200-Tage-Linie eindrucksvoll bestanden. Diese Marke gilt als Indikator für den langfristigen Trend.

Derweil könnten in der neuen Woche einige frische Konjunkturdaten zeigen, inwiefern Handelskonflikte und politische Verwerfungen tatsächlich schon ihre Spuren hinterlassen haben. So rechnen die Experten der Postbank damit, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal bestenfalls stagniert hat. Eine wesentliche Rolle dürfte hierbei neben dem Außenhandel insbesondere die Entwicklung in der deutschen Industrie gespielt haben, deren Produktion im Juni im Vorjahresvergleich den stärksten Rückgang seit zehn Jahren verzeichnete habe.

Die deutschen BIP-Daten werden am Mittwoch veröffentlicht. Einen Blick wert sind auch die Angaben zu den Einzelhandelsumsätzen und der Industrieproduktion in den USA, die am Donnerstag auf der Agenda stehen.

Schließlich öffnen in der neuen Woche einige Unternehmen ihre Bücher. Den Anfang machen am Montag unter anderem der Versicherungskonzern Talanx und die Deutsche Pfandbriefbank . Am Dienstag folgen dann zum Beispiel der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen und der im Dax notierte Konsumgüterkonzern Henkel . Mobilfunkinteressierte Anleger achten am Donnerstag auf die Geschäftszahlen von United Internet und 1&1 Drillisch.

Quelle: dpa-AFX

 

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