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Zinsen: Einigung bringt Entspannung

Während die Einigung über den Brexit-Vertrag in Brüssel den Druck vom Pfund nimmt und Italien sich bei der Neuverschuldung gesprächsbereit zeigt, warten Bond-Investoren in den USA auf ein Zeichen von der Fed.

UK: Pfund profitiert von Brexit-Deal

Das britische Pfund profitiert von der Einigung zum Brexit. In Brüssel hatten sich am Wochenende die Vertreter der EU-Mitgliedstaaten und Großbritanniens auf den Text des Austrittsvertrags verständigt. Das Pfund zog daraufhin um 0,1 % gegenüber dem Euro an und notiert aktuell bei 0,88 Euro.

Die Staatsanleihe UK Gilt 10 Year zahlt bei einem Coupon von 1,63 % aktuell eine Rendite von 1,40 %. Die Bank of England hält die Zinsen stabil bei 0,75 %.

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Italien: Einlenken lässt Renditen sinken

Nachdem die italienische Zentralbank mit der Emission von vierjährigen Inflationsindexierten Anleihen auf eher verhaltenes Anlegerinteresse gestoßen ist, scheint die Regierung zu erkennen, dass ihre Schuldenpläne sowohl in der EU als auch am Markt auf wenig Gegenliebe stoßen. Die Ankündigung, man werde das Schuldenziel für das nächste Jahr womöglich auf 2,2 Prozent (statt 2,4 Prozent) reduzieren, führten prompt zu einer Verringerung der Renditen auf italienische Staatsanleihen: Zweijährige Bonds fielen um 21 Basispunkte auf 0,74 %, die zehnjährigen gaben um 16 Basispunkte auf 3,24 % nach, so dass der Spread zu den zehnjährigen Bundesanleihen jetzt 288 Basispunkte beträgt.

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USA: Alle warten auf die Fed

Ist die Fed zu weit gegangen mit ihren Zinserhöhungen?
Wie wird das Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping verlaufen?
Und was sagt Jerome Powell dazu?
Für mehr Klarheit könnte die Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed am Donnerstag sorgen. Darin könnten die US-Notenbanker auch erläutern, wie mit den 4,1 Billionen US$ Sondervermögen verfahren wird, das die Fed im Zuge des Quantitative Easing aufgehäuft hatte.

Aktuell bleibt das Band der Fed Funds Rate zwischen 2,00 und 2,25 Prozent, die zehnjährige Schatzanweisung zahlt 3,06 % Rendite.

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Europa: Vorerst keine neue Liquidität

Die EZB hatte in der vergangenen Woche die Hoffnungen zunichte gemacht, mit Liquiditätsspritzen den Druck von Schuldnern wie Italien zu nehmen. Eine neue Runde längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO) scheint damit bis zur nächsten Sitzung am 13. Dezember unwahrscheinlich. Die Banken der Eurozone stehen bei der EZB mit rund 720 Milliarden Euro an TLTRO im Obligo, fällig zwischen 2020 und 2021. Ein Drittel davon entfällt auf italienische Geschäftsbanken.

Der Einlagesatz der EZB bleibt bei -0,40 %, der Hauptrefinanzierungssatz bei 0,00 % und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 0,25 %.

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Türkei: Zinskurve bleibt verkehrt

Zinsstrukturkurve Türkei
Zinsstrukturkurve Türkei

Quelle: World Gouvernment Bonds

Eine invertierte Zinskurve gilt Bond-Investoren als ein Zeichen für Rezession. In der Türkei zahlen einjährige Staatsanleihen aktuell etwas mehr als 20 %, zehnjährige Schuldtitel jedoch “nur” 16 %. Das kurzfristige Risiko wird also am Markt als höher eingestuft als das langfristige. Die Bonität der Türkei wird von Standard & Poors mit B+ bewertet, Moody's gibt ein Ba3 und Fitch ein BB – die beiden letzteren mit negativem Ausblick. Allerdings hat sich die Situation gegenüber dem Oktober schon entspannt, damals wurden am kurzen Ende fünf und am langen Ende ein Prozent mehr gezahlt. Ob die Konjunktur in der Türkei damit auf dem Weg der Besserung ist, bleibt allerdings abzuwarten.

Der Leitzins der türkischen Nationalbank liegt aktuell bei 24 %, die Inflationsrate hatte im Oktober 24 Prozent überschritten und wird aufs Jahr gerechnet über 15 % liegen.

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